Verkehr Sachsen-Anhalt: Transportgewerbe spürt von Tankrabatt wenig - osteuropäische Konkurrenz deutlich im Vorteil
Die Steuersenkung auf Kraftstoffe soll Erleichterung bringen. Während die Wirkung für Verbraucher schmilzt, spürt auch das von hohen Spritpreisen besonders betroffene Verkehrsgewerbe wenig davon.

Magdeburg (dpa) - Trotz der Steuererleichterungen bei den Kraftstoffen steht die Transportbranche in Sachsen-Anhalt weiter unter Druck. «Sicherlich bedeutet eine geringere Tankrechnung ein bisschen mehr Luft zum Atmen, aber die Lösung ist die bundinitiierte Steuersenkung bei Weitem nicht», sagte Tobias Hinze, der Geschäftsführer des Landesverbands des Verkehrsgewerbes (LVSA) der Deutschen Presse-Agentur.
Der enorme Kostendruck des Transportgewerbes sei mit dem derzeitigen Status quo fast unverändert. Auch der kurze Zeitrahmen der Steuersenkung über drei Monate lasse die von der Transportbranche dringend benötigten Entlastungen «deutlich hinter das erforderliche Maß zurückfallen».
Nach Herabsetzung der Steuer vergangene Woche haben sich die Kraftstoffe wieder deutlich verteuert. Ein Liter Diesel war laut ADAC-Angaben am vergangenen Donnerstag im Schnitt nur noch 3,2 Cent billiger als am Tag vor der Steuersenkung. Bei Super E10 waren es 20,9 Cent. Der Steuervorteil bei E10 beträgt allerdings 35,2 Cent pro Liter, bei Diesel sind es 16,7 Cent. Allerdings wird er nicht an der Zapfsäule, sondern bereits ab Tanklager beziehungsweise Raffinerie gültig.
Der Großteil der Fahrzeugflotte des Güterverkehrs auf der Straße sei mit Dieselmotoren ausgestattet, sagte Hinze. «Bei dieser Steuersenkung des Bundes handelt es sich nur um eine sehr kurze Entlastung, die vorwiegend im Privatpersonensektor anzusiedeln ist», gab er zu bedenken.
Verträge mit der Möglichkeit der Kostenweiterreichung ermöglichten zwar den Unternehmern ihre weitere Existenz - aber bei kommenden Vertragsverhandlungen sehe sich die osteuropäische Konkurrenz vermutlich deutlich im Vorteil, sagte Hinze. Die Kosten, die dem Transportgewerbe entstehen, verteuerten am Ende auch die Produkte für die Endverbraucher.