Sachsen-Anhalt ist mit Ernährungsbranche, Touristikern und Agrarbetrieben in Berlin präsent

Tier- und Pflanzenzüchter weisen auf Grüner Woche Wege zum guten Geschmack

Von Bettina Koch

Mit starker Präsenz aus Sachsen-Anhalt startet am Freitag die Internationale Grüne Woche. Neben Ausstellern der Ernährungs- und Tourismusbranche stellen sich auch Tierzüchter, Ackerbauern und Agrarforscher der Leistungsschau in den Berliner Messehallen.

Magdeburg l Knackige Würste, köstliche Pralinen - Sachsen-Anhalts Ernährungsbranche will den Messebesuchern unter dem Funkturm zeigen, was sie an Bewährtem und Neuem zu bieten hat. Flankiert werden sie bei ihrer Schau in Halle 23b von Touristikern, die dazu einladen, Landschaftliches und Kulturelles mit dem Kulinarischen zu verbinden.

Rinderzuchtverband mit 25 Tieren am Start

Jene, die diese Kulturlandschaft gestalten und pflegen und jene, die mit ihren Rohstoffen die Grundlage für den guten Geschmack legen, sind ebenfalls vertreten. Starke Präsenz zeigen die Tierzüchter. Der Rinderzuchtverband Sachsen-Anhalt schickt neun Betriebe mit insgesamt 25 Tieren bei der 4. Bundesschau Fleckvieh ins Rennen. Insgesamt werden 100 Spitzentiere des Fleckviehs in Fleischnutzung in sechs Kategorien bewertet.

In der Tierhalle 25 sind Kälber, Bullen und Kühe der Werner Arndt und Sohn GbR Bottmersdorf, von Michael Bock aus Rathmannsdorf, von der Feißel GbR in Nahrstedt, von der Röder GbR aus Wulferstedt und von der Hamersleben AG zu sehen. Auch die Landwirte Uwe Harstel aus Iden, Margarete Heinisch aus Oschersleben, Torsten Nagel aus Stendal und Ines Porse aus Bad Bibra vertreten Sachsen-Anhalt mit ihren besten Tieren.

Am Donnerstag wird aufgetrieben, am Freitag werden beim Rundgang der Politiker ausgesuchte Tiere vorgestellt, bevor es am Sonnabend für die Züchter ernst wird: Um 14 Uhr wird das Preisrichten im Großen Ring eingeläutet. Die Schau der Sieger folgt am Sonntagnachmittag zur gleichen Stunde.

Quedlinburger Institut rückt Aromen der Möhre ins Zentrum

Dem guten Geschmack widmen sich auf besondere Weise Forscher des Julius-Kühn-Instituts (JKI) mit Hauptsitz in Quedlinburg. Das Bundesforschungsinstitut arbeitet eng mit Züchtern und Anbauern zusammen und hat eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit den Aroma gebenden Wirkstoffen der Möhren beschäftigt. Bei der Züchtung sei der gute Geschmack oft auf der Strecke geblieben. Krankheitsresistenzen und die Anspassung an klimatische Veränderungen hatten Vorrang, erklärte das Institut.

Am Stand des JKI in Halle 23a (Sonderschau Verbraucher und Landwirtschaft des Bundes-agrarministeriums) können die Besucher an einer Duftorgel Komponenten für typischen Möhrengeschmack schnuppern, aber sie können sich auch über Krankheitserreger und deren Bekämpfung oder über die Renaissance der Ackerbohne informieren.

Wie der Landesbauernverband informierte, ist auf dem ErlebnisBauernhof (Halle 3.2) die KWS Saat AG, zu der die Zuchtstation in Klein Wanzleben (Börde) gehört, vertreten. Der Pflanzenzuchtbetrieb will den Besuchern mit einer überdimensionalen Rübenpille die Saatguttechnologie näherbringen. Das Grüne Labor Gatersleben (Salzlandkreis) zeigt verschiedene Aspekte von Bio- sicherheit und Biotechnologie.

Ein Saatgutbetrieb ist auch in der Sachsen-Anhalt-Halle 23b vertreten. Im vergangenen Jahr hatte die Quedlinburger StiftsGarten Unternehmergesellschaft großen Zuspruch auf der Messe erlebt. Auf der diesjährigen Grünen Woche will das junge Unternehmen mehr als 700 verschiedene Saatgutsorten der Marke Quedlinburger vorstellen. Darunter sind Neuheiten wie die gelbe Wildtomate, der Pflücksalat Lollo Rossa, die Wassermelone Sugar Baby oder auch eine Prärieblumen-Mischung.

Die Landwirtschaft steht in der Länderhalle bereits am Freitag im Mittelpunkt. Zwei Unternehmen, die sich auf vorbildliche Weise dem BasisQualitätsManagement stellen, und sich damit auch für künftige EU-weite Anforderungen im Umweltschutz rüsten, werden auf der Bühne ausgezeichnet, kündigte Wolfgang Zahn, Projektleiter Landwirtschaft bei der Agrarmarketinggesellschaft, an. Neben der Qualitätssicherung geht es um Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb. Die AMG ist federführend bei der Entwicklung und Weiterentwicklung des BQM. "Die Urkunden sind schon unterschrieben", bestätigte Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (CDU).