Forstbericht

Überangebot lässt Holzpreis in Sachsen-Anhalt sinken

Trockenheit, Borkenkäfer, Stürme: Mehre Gründe haben für ein Überangebot an Holz gesorgt. In Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern führt das dazu, dass der Holzpreis drastisch sinkt. Über die aktuelle Lage der Wald- und Holzwirtschaft Sachsen-Anhalts.

Von Tom Szyja
Dürre und andere Umwelteinflüsse haben für ein erhöhtes Holzaufkommen gesorgt. Absterbende Sitkafichten stehen in einem Wald, an den Seiten wachsen grüne Buchen. Symbolbild: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Dürre und andere Umwelteinflüsse haben für ein erhöhtes Holzaufkommen gesorgt. Absterbende Sitkafichten stehen in einem Wald, an den Seiten wachsen grüne Buchen. Symbolbild: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild ZB

Magdeburg (vs) - Sachsen-Anhalt verfügt über circa 526.000 Hektar Wald. Rund 26 Prozent der Landesfläche sind mit Bäumen bedeckt -  damit gehört Sachsen-Anhalt zu den Bundesländern mit dem niedrigsten Waldanteil.

Dennoch kam es in den letzten Jahren zu einem Überangebot an Holz. Dadurch sei der Holzpreis von 2017 bis 2019 um die Hälfte gesunken, wie das Unternehmen Colliers in seinem Forstmarktbericht erklärt. Lag er 2017 noch bei circa 88 Euro pro Festmeter Fichte, gab im Jahr 2019 nur noch 47 Euro für die gleiche Menge an Fichte.

Der Waldanteil ist in Deutschland je nach Bundesland sehr unterschiedlich. Im Norden gibt es relativ wenige Waldflächen, währen der SPden Deutschland sehr waldreich ist.
Der Waldanteil ist in Deutschland je nach Bundesland sehr unterschiedlich. Im Norden gibt es relativ wenige Waldflächen, währen der SPden Deutschland sehr waldreich ist.
Quelle:  BMEL - Bundeswaltinventur 2012

Privatbesitz mit Folgen für Holzpreis

In Sachsen-Anhalt befinden sich knapp 55 Prozent des Waldes in Privatbesitz. Auch das hat Folgen für den Holzpreis. "Privatwälder sind meist eher klein, manch ein Waldbesitzer weiß gar nicht, dass er oder sie einen Wald besitzt. Zudem müssen sie im Gegensatz zu staatlichen Betrieben noch die Betriebskosten decken", sagt Aurel von Hehn, einer der Autoren von Colliers.

Nicht nur die Art des Waldbesitzes hat Auswirkungen auf den Holzpreis, auch Umwelteinflüsse machen sich bemerkbar. In den letzten Jahren sorgten zum Beispiel lange Dürreperioden oder Borkenkäferbefall dafür, dass viele Bäume gefällt werden mussten und somit ein Überangebot auf dem Holzmarkt entstand. 

Hektar Wald zum Schnäppchenpreis?

Zwischen Arendsee und Zeitz gibt es nicht nur weniger Wald als in anderen Teilen der Republik, er ist auch deutlich günstiger. Trotz eines Preisanstiegs von 111 Prozent in den letzten zehn Jahren für forstwirtschaftliche Flächen, liegen die Preise deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

3.670 Euro kostet ein Hektar Wald im Durchschnitt in Sachsen-Anhalt, während der Bundesdurchschnitt bei rund 12.700 Euro liegt. "Das Spektrum reicht jedoch von 5.000 Euro pro Hektar für eine Kleinfläche in Thüringen über 13.000 Euro pro Hektar für einen vorratsstarken Kiefernwald in Brandenburg bis zu 60.000 Euro pro Hektar für ein kleines Waldstück in Oberbayern", sagt Eckbrecht von Grone von Colliers.