Nach Zerstörung der Heimatbasis bei Kiew

Ukrainische Antonows sollen künftig ab Leipzig/Halle fliegen

Bei einem russischen Angriff Ende Februar wurde der Heimatflughafen der Frachtgesellschaft Antonov Airline in Hostomel bei Kiew zerstört. Unter anderem brannte die einzigartige AN-225 aus. Nun will das Unternehmen weitermachen – und zwar in Mitteldeutschland.

Aktualisiert: 17.05.2022, 07:46
Die Flugzeuge der ukrainischen Antonov-Airline sollen künftig von Leipzig/Halle aus fliegen.
Die Flugzeuge der ukrainischen Antonov-Airline sollen künftig von Leipzig/Halle aus fliegen. Foto: Stedtler/Archiv

Halle (Saale)/DUR/slo – Die ukrainische Frachtfluggesellschaft Antonov plant einen Neustart am Flughafen Leipzig/Halle. Das berichtet das Fachmagazin „Heavy Lift“ unter Berufung auf eine Präsentation des Unternehmens bei einer internationalen Tagung in Wien.

Bisher waren die riesigen Frachter von Antonov zwar regelmäßig zu Gast in Schkeuditz. Heimatbasis war aber der Flughafen Hostomel bei Kiew. Der wurde bei der russischen Invasion Ende Februar aber so schwer beschädigt, dass ein Arbeiten hier vorerst nicht möglich ist. Bei den Kämpfen damals wurde unter anderem das Riesen-Flugzeug AN-225 zerstört. Zudem wurden laut Berichten auch zwei weitere Antonow-Frachtflugzeuge zerstört.

Fluggesellschaft Antonov will künftig ab Leipzig/Halle starten

Leipzig/Halle soll daher nun vorerst die neue Heimat der bestehenden Flugzeuge werden. Der Flughafen war bereits Ziel der Evakuierungsflüge von Antonov. Auch die AN-225 hätte hierher gebracht werden sollen. Die Rettung scheiterte laut Unternehmen nur um wenige Stunden.

Herausforderung sei jetzt, dass Ersatzteile, Mechaniker und weiteres Personal von Hostomel nach Schkeuditz gebracht werden müssen. Die Antonov-Flugzeuge sind unter anderem für die Nato im Fracht-Einsatz. Zudem transportieren die großen Flugzeuge regelmäßig  reguläre Luftfracht durch die ganze Welt.

Eine Antonow AH-124-100 kann auch Panzer transportieren. Die russischen Versionen wie hier auf dem Bild müssen aber am Boden bleiben.
Eine Antonow AH-124-100 kann auch Panzer transportieren. Die russischen Versionen wie hier auf dem Bild müssen aber am Boden bleiben.
Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Neben den ukrainischen Fliegern stehen auch weiter drei russische Antonow-Flieger der Volga-Dnepr-Airline in Leipzig. Wer auf der Autobahn von Halle nach Sachsen fährt, kann diese am Flughafen auf der rechten Seite nahe des Towers sehen. Diese Flugzeuge bleiben aber weiter am Boden. Es gilt das EU-Flugverbot für russische Flugzeuge. Hinzu kommt ein Rechtsstreit, wem die drei Flieger gehören.

(Hinweis zu den unterschiedlichen Schreibweisen: Der Flugzeugtyp schreibt sich Antonow, die Fluggesellschaft aber Antonov.)