Magdeburg/Halle (dpa) l Temperaturen von fast 40 Grad Celsius und Hunderte Stunden Sonne: Der diesjährige Sommer hatte es in sich. Für manche waren das traumhafte Bedingungen, für andere der blanke Horror. In Bernburg wurde am 30. Juni sogar ein Hitzerekord aufgestellt: 39,6 Grad Celsius maß der Deutsche Wetterdienst an der örtlichen Wetterstation und damit den höchsten Wert seit Aufzeichnungsbeginn. Doch die viele Sonne und die warmen Temperaturen hatten auch eine Kehrseite: Auch wegen des wenigen Niederschlags trocknete das Land aus. Die Deutsche Presse-Agentur hat fünf Gewinner und Verlierer des Hitzesommers zusammengetragen.

Gewinner:

FREIBÄDER: Für die Freibadbetreiber war der Sommer 2019 ein Fest. In der einwohnerstärksten Stadt des Landes Halle zog es rund 111.500 Besucher in die Bäder Saline und Nordbad, die von den Stadtwerken Halle betrieben werden. Beim Unwettersommer fünf Jahre zuvor kamen nach Angaben der Stadtwerke nur rund 78.000 Badegäste.

TOURISMUS: Schönes Wetter und ein breites Angebot von Naturaktivitäten bis Kulturerlebnissen haben den Touristikern ein gutes Jahr beschert, wie der Landestourismusverband mitteilte. Im Harz und dem Harzvorland, der touristisch stärksten Region des Landes, gab es allein bis September mehr als 931.500 Ankünfte – ein Plus von 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Aufgrund des 100. Bauhausjubiläums profitierte in diesem Jahr auch die Region im Osten des Landes besonders stark. Nach ersten Schätzungen steuert der Tourismus für dieses Jahr auf einen neuen Besucherrekord zu.

Verlierer:

BAUERN: "Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden 2019 landesweit 13,9 Prozent weniger Getreide und 67,3 Prozent weniger Winterraps geerntet, bezogen auf den langjährigen Mittelwert", sagte der Sprecher des Landesbauernverbands, Erik Hecht, in Magdeburg. Neben der Trockenheit sei auch ein neues Verbot von verschiedenen Pflanzenschutzmitteln ein Grund für den Ernterückgang. Beim Winterweizen – eine der Hauptkulturen für viele Betriebe – ging die Ernte um 20 Prozent im langjährigen Vergleich zurück. "Besonders betroffen war das Saaletal, wo im Vergleich zum eigentlichen Dürrejahr 2018 nochmal deutlich weniger geerntet wurde, da zu wichtigen Zeiten keine Niederschläge kamen."

SCHIFFFAHRT: Wegen des Niedrigwassers in den Flüssen und Seen der neuen Bundesländer wurden von Januar bis August weniger Fähren- und Ausflugsschifffahrten gebucht, wie der Landestourismusverband mit Verweis auf das Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes erklärte. Die Elbe in Magdeburg war zeitweise sogar so flach, dass keine Güter- und Fahrgastschiffe fahren konnten, wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Magdeburg mitteilte.

Gewinner und Verlierer:

EINZELHANDEL: Der Einzelhandel ist Gewinner und zugleich Verlierer des Rekordsommers. Ventilatoren, Balkonmöbel und Bademode seien enorm gefragt gewesen, sagte Knut Bernsen vom Handelsverband. Jedoch sei zu große Hitze auch schwierig gewesen. Denn einige kleinere Läden hätten keine Klimaanlagen und somit weniger Kundschaft.