Schönebeck (dpa/kb) l Das rekonstruierte steinzeitliche Ringheiligtum in Pömmelte-Zackmünde (Salzlandkreis) entwickelt sich zum Touristenmagnet. Seit der Eröffnung im Juni 2016 hätten rund 36.000 Menschen die archäologische Stätte besucht, sagte der stellvertretende Leiter des Salzlandmuseums in Schönebeck, Frank Löbig. Erfasst wurden die Besucher durch eine elektronische Zählanlage. „Die Besucher kamen hauptsächlich aus Sachsen-Anhalt und ganz Deutschland“, so Löbig weiter.

„Von Januar bis September 2017 gab es 182 Führungen. Ich denke wir werden die Anzahl von 200 Führungen noch knacken.“ Landrat Markus Bauer (SPD) ergänzte: „Mit diesen Zahlen wurden die Erwartungen übertroffen. Kultur führt Menschen zusammen.“

Pro Monat kamen laut der Erhebung mehr als 2000 Menschen zum Ringheiligtum. Gerechnet hätte der Kreis mit einem monatlichen Besucherandrang im dreistelligen Bereich, so Kreissprecherin Alexandra Koch.

Fest wegen Sturms abgesagt

Ein ursprünglich für diesen Sonntag geplantes Kulturfest am Ringheiligtum zum Saisonabschluss wurde am Freitag wegen einer Sturmwarnung abgesagt. Die Lage auf freiem Gelände berge eine nicht abzuschätzende Verletzungsgefahr für alle.

Die rekonstruierte Anlage steht am Originalplatz. Pömmelte ist vergleichbar mit dem englischen Stonehenge, nur wurde die Anlage in Holz gebaut. Eine neun Meter hohe Aussichtsplattform bietet einen umfassenden Überblick. Das rund 4300 Jahre alte Ringheiligtum wurde im Vorjahr rekonstruiert, hat einen Durchmesser von 115 Metern und ist von einem Palisadenzaun aus 1800 Robinienstämmen umgeben. Anhand der Spuren auf den gefundenen Knochen gehen die Archäologen davon aus, dass es in der Anlage blutige Rituale und Menschenopfer gab.

Die acht Gästeführer bieten auf Anmeldung auch außerhalb der Saison Führungen an. Im etwa 6,5 Kilometer entfernten Salzlandmuseum in Schönebeck sind originale Funde ausgestellt. Dazu gehört der Schädel einer etwa 30-jährigen Frau und eines sechsjährigen Kindes, die in Pömmelte geopfert wurden.