Magdeburg l Einen Schönheitspreis würde er wohl kaum gewinnen: Ein bisschen erinnert ATAR an eine Lasagne auf vier Rädern. Doch auf die Optik kommt es – wie im echten Leben – gar nicht so sehr an, die wahren Werte schlummern im Innenleben des kleinen Roboters. Ein Jahr lang hat das Team der Technik-AG am Magdeburger Werner-von-Siemens-Gymnasium an dem Gefährt getüftelt. Im Team: Die Schüler Lukas Bolle, Brendan Berg und Konstantin Bredenfeld.

Mit Kameras, Infrarotsensoren und Abstandsmessern haben sie ATAR Sinne verpasst und ihn durch Programmierung zu einem echten Problemlöser gemacht: So ausgestattet macht ATAR (die Buchstaben stehen für „ATAR – The Autonome Roboter“) seinem Namen alle Ehre. Er findet sich nicht nur eigenständig in einem Labyrinth zurecht. Er kann Buchstaben lesen, Rampen hinauffahren und Wärme-Inseln erkennen, erzählt Lukas Bolle.

Diese Fähigkeiten wird ATAR ab heute brauchen. Am Wochenende ist der Roboter bei den German Open der RoboCup Junior-Meisterschaften im Einsatz. Die Aufgabe: Im Modell eines zerstörten Hauses Verletzte suchen und je nach Schweregrad symbolische Hilfspäckchen verteilen.

Werner-von-Siemens-Gymnasium konkurrenzlos

Die Konkurrenz ist groß: Dutzende Schulteams aus ganz Deutschland stellen sich der Herausforderung. Die Sieger fahren im Juni zur Weltmeisterschaft ins kanadische Montreal. Die Siemens-Gymnasiasten geben ihrem Schützling dabei gute Chancen. „Mit seiner Ausstattung gehört ATAR zu dem besten, was deutsche Schulen derzeit zu bieten haben“, sagt Brendan Berg selbstbewusst. Die Erwartungshaltung im Siemens-Gymnasium ist allerdings auch hoch. Die Schule mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt ist für ihre Programmierer bekannt. In den vergangenen Jahren haben sie bei RoboCup-Wettämpfen mehrfach in Folge Weltmeister-Titel geholt. In Sachsen-Anhalt ist das Gymnasium damit konkurrenzlos.

Dafür, dass es mit dem Sieg klappt, haben die drei Schüler alles getan. „Zuletzt ging die gesamte Freizeit drauf, erzählt Konstantin Bredenfeld. Ein bisschen Glück wird es am Ende aber trotzdem brauchen – so könnte es sein, dass sich ATAR unglücklich an einer Barriere festfährt, das gäbe Abzug. Selbst wenn es für die ersten Plätze nicht reicht, bliebe noch die Europameisterschaft an der italienischen Adria. Doch davon wollen die drei jungen IT-Cracks nichts wissen: „Italien? – da will doch keiner hin“, sagt Brendan Berg. „Wir wollen nach Kanada!“

Wer die drei Jugendlichen anfeuern will, ist bis Sonntag täglich in den Messehallen willkommen. Der Eintritt ist frei. Für die WM-Teilnahme sucht das Team übrigens noch Sponsoren. Wer die Tüftler unterstützen will, wendet sich am besten ans Werner-von-Siemens-Gymnasium: www.siemens.md.st.schule.de