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RTL2-Sendung "Hartz und herzlich" Umzug von Mannheim nach Dessau: Schlimmer als die "Schimmelwohnung"

Die RTL2-Sozialdokumentation "Hartz und herzlich" begleitet Petra und ihre Kinder bei ihrem Umzug von Mannheim nach Dessau-Roßlau. Doch in der neuen Wohnung in Sachsen-Anhalt fühlt sich die Familie alles andere als wohl, wie die neuen Folgen zeigen.

Von DUR Aktualisiert: 17.05.2024, 22:56
Pascal und seine Freundin Lea sind mit Pascals Familie von Mannheim nach Dessau-Roßlau gezogen.
Pascal und seine Freundin Lea sind mit Pascals Familie von Mannheim nach Dessau-Roßlau gezogen. Foto: RTLZWEI / UFA SHOW & FACTUAL

Dessau-Roßlau. - Die aus "Hartz und herzlich - Tag für Tag Benz-Baracken" bekannte Petra ist mit ihren Kindern Selina und Pascal und dessen Freundin Lea vergangenes Jahr aus Mannheim nach Dessau-Roßlau gezogen. Das ist in den neuen Folgen der Sozialdokumentation zu sehen, die derzeit auf RTL2 laufen.

Grund für den Umzug nach Sachsen-Anhalt war nicht nur der Schimmel, mit dem die Familie in ihrer Mannheimer Wohnung jahrelang zu kämpfen hatte. In Dessau wohnt Petras (inzwischen ehemaliger) Partner Andi. Er hatte der Familie die 40 Quadratmeter große Wohnung organisiert.

"Hartz und herzlich": Umzug von Mannheim nach Dessau - große Enttäuschung

In der Folge "Auf zu neuen Ufern", die am 14. Mai auf RTL2 ausgestrahlt wurde und nun auf RTL+ zu sehen ist, zeigt Pascal seinem Freund Michael die neue Wohnung. Die beiden sind gerade mit dem Umzugswagen in Dessau-Roßlau angekommen.

Aus der Küche, so erklärt Pascal, werde ein Zimmer für Mutter Petra und Schwester Selina, die Küchenzeile komme ins Bad. Im Bad wiederum müsse die Familie noch eine Trennwand einziehen, sagt Pascal, der die Wohnung vorher nur auf Fotos gesehen hatte. Er und seine Freundin Lea würden sich ein Zimmer teilen.

Petra, Tochter Selina und Pascals Freundin Lea sind mit dem Zug nach Dessau-Roßlau gefahren. Petra, die ihr ganzes Leben in Mannheim gewohnt hat, kennt die neue Wohnung bereits, da Andi im selben Haus lebt. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten sind die beiden seit vier Monaten zusammen. Sie hätten sich auf TikTok kennengelernt, erzählt Andi.

"Hartz und Herzlich": Keine Dusche, keine Badewanne, kein warmes Wasser

Auf die anfängliche Euphorie folgt aber schnell die Enttäuschung. Die Familie fühlt sich in der Wohnung in Dessau-Roßlau nicht wohl. "Wir haben keine Badewanne, keine Dusche, kein warmes Wasser, sind auf andere Leute angewiesen", sagt Petra in der Folge "Aufräumaktion", die am 23. Mai um 17.05 Uhr auf RTL2 läuft und danach sieben Tage kostenlos auf RTL+ abrufbar ist.

"Das ist 'ne Müllhalde hier“, sagt Petra genervt. "Wenn ich gewusst hätte, wie das hier abläuft, wäre ich nicht hergezogen und lieber in der Schimmelwohnung geblieben." Aber nicht nur der Zustand der Wohnung stört sie, sondern auch die Entfernung zwischen Dessau-Roßlau und ihrer alten Heimat Mannheim. "Ich kann hier nicht schlafen“, sagt Petra enttäuscht und meint außerdem zu dem Umzug, er sei „definitiv ein Fehler“ gewesen..

Pascal hingegen ist noch etwas optimistischer als seine Mutter. Er glaubt, die Familie brauche einfach ein bisschen Zeit, um sich einzuleben.

"Hartz und Herzlich": Sind Petra und ihre Kinder wieder nach Mannheim zurückgekehrt?

Nach Informationen von "Mannheim24" leben Petra, Pascal, Selina und Lea inzwischen wieder in Mannheim. Auf Social Media teile die Familie regelmäßig Fotos und Videos aus ihrem Alltag, aus denen die Rückkehr in die Heimat klar hervorgehe, heißt es in dem Bericht.

"Hartz und herzlich" gibt es seit 2016. Die Sozialdoku begleitet Menschen, die in Armut leben, in ihrem Alltag. Gedreht wurde "Hartz und herzlich" bisher in Städten wie Duisburg, Bitterfeld-Wolfen, Mannheim, Rostock, Salzgitter-Lebenstedt, Pirmasens, Niedergörsdorf, Bergheim, Frankfurt an der Oder, Luckenwalde, Krefeld, Köln, Leverkusen, Düren, Eberswalde, Trier, Nürnberg und Magdeburg.

Kritik an Formaten wie "Hartz und herzlich" auf RTL2

Fernsehformate über Langzeitarbeitslose wie "Hartz und herzlich" oder "Hartz, Rot, Gold" werden seit Langem kritisiert. Kritiker sagen, sie würden Klischees manifestieren und Menschen vorführen. RTL2-Chefredakteurin Konstanze Beyer weist die Vorwürfe zurück.

"Oft wird gesagt, Arme haben keine Stimme, keine Lobby, kommen nicht zu Wort. Wenn sie es selbst tun, wie bei uns, dann ist das anscheinend unerwünscht, weil peinlich oder nicht so geschliffen formuliert, wie es Akademiker können", sagt Beyer.