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Sachsen-Anhalt: Erzieherinnen wegen Verdacht auf Alkoholkonsum am Arbeitsplatz freigestellt - interne Prüfung abgeschlossen

In Teutschenthal sollen sechs Erzieherinnen mehr als nur einmal unter Alkoholeinfluss die Kinder beaufsichtigt haben. Schwere Vorwürfe, denen der Bürgermeister der Gemeinde nachgehen will. 

Von Tobias Hofbauer
In der vorigen Woche soll in der Kita ein Kind kollabiert sein, weil es dehydriert war. Symbolfoto:
In der vorigen Woche soll in der Kita ein Kind kollabiert sein, weil es dehydriert war. Symbolfoto: dpa

Teutschenthal - In der Kita "Kleine Riesen" in der Gemeinde im Saalekreis von Sachsen-Anhalt sollen sechs Erzieherinnen mehrfach Alkohol getrunken haben, während sie auf die Kinder aufpassen sollten. Deshalb sind sie bis auf Weiteres wegen möglicher Pflichtverletzungen freigestellt worden - zu vollen Bezügen. Darüber berichtete unter anderem die Bild-Zeitung.

Bekannt wurde der Fall, weil ein Kind in der vergangenen Woche in der Kita kollabiert sein soll. Ein Arzt habe feststellen können, dass das Kind dehydriert gewesen sei. Dabei berichtet eine Mutter, dass ihr die Alkoholfahne der Erzieherinnen aufgefallen sei.

Auch die ehemalige Leiterin der Einrichtung soll regelmäßig während der Arbeit Alkohol konsumiert haben, berichten mehrere Medien übereinstimmend. In einem Schreiben an die Eltern werden  "persönliche Gründe" für das Ausscheiden der Kita-Leitung genannt.

Mit diesem Brief an die Eltern verlässt die Leiterin der Einrichtung den Kindergarten.
Mit diesem Brief an die Eltern verlässt die Leiterin der Einrichtung den Kindergarten.
Screenshot Webseite dubisthalle.de

Einer Mitarbeiterin werden neben wiederholten Alkoholkonsum noch weitere Verfehlungen in der Freistellung vorgeworfen:

  • Verletzung der Aufsichtspflicht insbesondere während der Schlafwache
  • Kindeswohlgefährdung durch brutales "Stopfen" von Kindern in einen Kinderstuhl
  • Fehlendes Bildungsangebot im Rahmen der Gruppenarbeit
  • Verletzung des Hygieneplans

In der Mitteilung der Gemeinde heißt es, dass es Anhaltspunkte gebe, dass die Beschuldigten ihre Fürsorge- und Aufsichtspflicht verletzt haben. Bürgermeister Tilo Eigendorf (44) betont, dass ihm besonders das Wohl der Kinder am Herzen liege, daher sei er um eine lückenlose Aufklärung bemüht und habe das Jugendamt bereits informiert. 

Das Jugendamt wies auf Anfrage darauf hin, dass aktuell die Vorwürfe geprüft werden. Nach jetzigem Kenntnisstand gebe es keinen Anlass von einer Gefährdung des Kindeswohls auszugehen.

Die Betreuung der Kinder könne weiterhin gewährleistet werden, weil aus umliegenden Kindertagestätten Personal zur Unterstützung hinzugezogen werde. Die Öffnungszeiten müssten aber bis auf weiteres verkürzt werden.

Update: Die interne Prüfung ist mittlerweile abgeschlossen, zwei der sechs beschuldigten Erzieherinnen sind seit dieser Woche wieder im Dienst erklärt die Pressesprecherin der Gemeinde, Katharina Zinke-Beinert.

Weiter schreibt sie: Die Schuld dieser Pädagoginnen falle lediglich gering aus, daher dürfen sie weiterhin für die Gemeinde arbeiten. Den anderen vier Erzieherinnen wurde dagegen gekündigt.

In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt hätten sich die Verantwortlichen Möglichkeiten zur Kontrolle ihrer Mitarbeiter erarbeitet, damit so etwas nicht mehr vorkommen könne. Ein Fall eines dehydrierten Kindes sei der Gemeinde nicht bekannt.