Quedlinburg (dpa) l Der Landesvorsitzende der Tafeln in Sachsen-Anhalt, Andreas Steppuhn, blickt optimistisch in das Jahr 2021. "Die Tafeln gehen aufgrund ihrer Erfahrungen gestärkt in das neue Jahr", sagte Steppuhn der Deutschen Presse-Agentur. 2020 sei sehr herausfordernd gewesen. Aber auch lehrreich. Mit den neuen Arbeitsabläufen, die aus der Not heraus entstanden, funktioniere die Versorgung mit gespendeten Lebensmitteln wieder. Dennoch: "Was auch Anfang des neuen Jahres fehlen wird, sind die sozialen Kontakte und das Miteinander", sagte der Landesvorsitzende.

Zu Beginn der Corona-Krise vor rund einem dreiviertel Jahr mussten 10 von 32 Tafeln vorübergehend schließen. Später stieg die Zahl auf 16 Tafeln, die dicht machen mussten. Zeitweise konnten daher rund 20.000 Kunden nicht versorgt werden. "Die Tafeln konnten alles nur schaffen, da sie ihre Arbeitsstrukturen umgestellt haben", erklärte Steppuhn. Um die Menschen trotz der Corona-Maßnahmen weiter mit Lebensmittelspenden zu versorgen, wurde Essen unter freiem Himmel verteilt, am Fenster ausgegeben oder sogar nach Hause geliefert.

"Aktuell sind alle Tafeln wieder geöffnet und auch die meisten Ausgabestellen werden bedient", sagte der Landesvorsitzende. Viele Tafeln hätten ihre Öffnungszeiten verlängert, um lange Wartezeiten und zu viel Nähe zwischen den Tafelkunden zu vermeiden. "Aktuell lässt sich die Situation mit viel Unterstützung und Solidarität aufrechterhalten und verbessern", sagte Steppuhn. Die Tafeln seien weiter auf Lebensmittelspenden, aber auch Geldspenden angewiesen. Zudem hofften alle Beteiligten, dass der neue Impfstoff die Lage weiter normalisiere.

Nach Schätzungen des Landesverbandes wurden im abgelaufenen Jahr rund 53.000 bedürftige Menschen in Sachsen-Anhalt mit Hilfe der Tafeln mit Lebensmitteln versorgt. Das waren etwas mehr Kunden als 2019, sagte Steppuhn. Damals kamen gut 50.000 Bedürftige regelmäßig zu den Ausgabestellen, um Lebensmittelspenden zu erhalten.

Die Tafeln sind eine gemeinnützige Hilfsorganisation. Nach Verbandsangaben gibt es deutschlandweit rund 950 Tafeln, die überschüssige, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel an Menschen in Not verteilen.