Magdeburg l Das Land hat knapp 700 eigene Liegenschaften und muss sich auch noch um weitere des Bundes kümmern. Zwei Dutzend große und hundert kleine Baumaßnahmen stehen in diesem Jahr an oder werden begonnen. Die Wichtigsten im Überblick:

  • Erweiterung der Polizeiinspektion (PI) Magdeburg, einschließlich der PI Zentrale Dienste. Das einst schlimmste Revier Deutschlands mit zum Teil Überbleibseln aus dem Kaiserreich wird für aktuell 164 Millionen Euro bis 2025 in insgesamt drei Bauabschnitten saniert. Künftig sollen auf dem Gelände auch die Einheiten der Polizeiinspektion Zentrale Dienste (bisher im Stadtteil Rothensee) untergebracht werden. Weil der Umbau im laufenden Betrieb erfolgt, mussten zunächst Gebäude in der Halberstädter Straße und Hans-Grade-Straße als Übergangslösung hergestellt werden. Der Geschäftsführer des Landesbetriebes Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt, Andreas Grobe, sagt dazu: „Wir liegen aktuell im Zeitplan.“
  • Neubau des Herzzentrums für das Uniklinikum Magdeburg: Der Neubau soll eine Containerlösung ersetzen. Die Vorplanung liegt bereits vor. Gegenwärtig erfolgt die Aufstellung der sogenannten Haushaltsunterlage-Bau. Diese soll im II. Quartal 2020 dem Finanzministerium vorgelegt werden. Entsprechend der Vorplanung wird mit einem Bauvolumen von 114 Millionen Euro gerechnet. Die Fertigstellung ist für Ende 2025/ Anfang 2026 vorgesehen.

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  • Landgericht Magdeburg: Die Sanierung des zwischen 1900 und 1906 gebauten Landgerichtes in der Halberstädter Straße ist inzwischen weit vorangeschritten. Insgesamt wurden seit September 2016 rund 38,1 Millionen Euro in die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes und die Umfeldgestaltung (Schaffung von Parkplätzen) gesteckt. Neben dem Landgericht als Hauptnutzer werden dort noch weitere justiznahe Nutzer, wie zum Beispiel der Soziale Dienst der Justiz, in dem Gebäude untergebracht. Während der Sanierung waren und sind die Richter in einem Bürogebäude im Stadtteil Sudenburg einquartiert. Fertigstellung soll im Sommer 2020 sein.
  • Landesbereitschaftspolizei in Magdeburg: Mehrere Gebäude auf dem Gelände im Stadtteil Prester werden bereits seit März 2019 saniert und sollen bis 2022 für 10,8 Millionen Euro saniert sein.
  • Institutgebäude für Geobotanik der Martin-Luther-Universität: Der Bereich befindet sich am Botanischen Garten Halle. Das Bauvorhaben für 23 Millionen Euro umfasst zum einen die Sanierung des denkmalgeschützten Institutgebäudes sowie den Neubau. Noch in diesem Monat soll der Baustart erfolgen. Mit der Fertigstellung wird im Oktober 2022 gerechnet.
  • Dienstgebäude des Landesamtes für Geologie und Bergwesen in Halle wird neu gebaut: In Halle entsteht aktuell ein Neubau am Standort Fliederwegkaserne. Weil die Sanierung des Altbaus an dieser Stelle zu unwirtschaftlich gewesen wäre, wurde umgeplant. Der Neubau für rund 16,6 Millionen Euro soll im Jahr 2022 fertig sein. Das Amt war vorher auf mehrere Standorte in Staßfurt, Magdeburg und Halle verteilt und soll an dieser Stelle in dem viergeschossigen Gebäude zentral untergebracht werden.
  • Amtsgericht Bitterfeld-Wolfen: Das Amtsgericht im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist zurzeit auf drei Standorte verteilt und soll zentral zusammengeführt werden. Neben der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahr 1878/79 ist auch ein Neubau mit einem Verbinder vorgesehen. Gesamtkosten: 14,9 Millionen Euro. Baubeginn: April 2020. Die Fertigstellung soll 2024 sein.
  • Erweiterung für das Umweltbundesamt in Dessau: Neben der bestehenden Immobilie entsteht ein viergeschossiges Gebäude für 102 Mitarbeiter der Bundesbehörde. Insgesamt sollen 14,5 Millionen Euro bis voraussichtlich 2021 investiert werden. Der Erweiterungsbau soll ein beispielhaftes Modellprojekt für Energieeffizienz sein. Das Bauvorhaben hatte sich verzögert, weil Ende 2017 eine mangelhafte Leistung der Dämmarbeiten insbesondere in den Fensterbereichen festgestellt wurde.
  • Sanierung des Radtke-Gebäudes in Köthen für die Hochschule Anhalt: Baubeginn war bereits im Frühjahr 2019 und dies unterteilt sich in drei Bauabschnitte. Einer ist fertig. Insgesamt sollen elf Millionen Euro investiert werden. „Wir sind da insgesamt im Terminplan und werden im Wesentlichen Ende 2020 fertig sein“, erklärt Grobe.
  • Erweiterung der Justizvollzugsanstalt Halle: Die Justizvollzugsanstalt in Halle wird am Standort „Frohe Zukunft“ ab diesem Jahr modernisiert und erweitert. Es sind 600 Einzelhaftplätze von mindestens neun Quadratmetern pro Gefangenen geplant, weil das ab dem Jahr 2025 zur Pflicht wird. Der neue Zellentrakt soll deshalb auch bis Sommer 2024 stehen. Insgesamt ist eine Fertigstellung bis voraussichtlich 2027 geplant und 193 Millionen Euro veranschlagt. Die bisher noch genutzte Außenstelle „Roter Ochse“ wird aufgegeben.

Insgesamt gibt es dann nur noch drei Standorte für die Justiz in Sachsen-Anhalt. Neben Burg-Madel (Jerichower Land) für Langzeitgefangene mit den Sicherungsverwahrten wird es dann nur noch Halle und Raßnitz (Jugendanstalt) geben. Volkstedt folgt, so die aktuelle Beschlusslage des Landtages, mit Fertigstellung der Plätze in der JVA Halle.

  • Landesaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Stendal: Die ehemalige Grenztruppenkaserne in Stendal wird aktuell zur Landesaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber mit bis zu 1000 Plätzen hergerichtet. Der Bund ist Eigentümer des Geländes und trägt den Hauptteil der insgesamt 30 Millionen Euro Investitionskosten.

Der Anteil des Landes beträgt 8,6 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Sommer 2022 vorgesehen. Neben Halberstadt wird dies die zweite große Landesaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge sein und soll diese entlasten.

  • Landesschule Pforta: Sie ist ein Internatsgymnasium zur Förderung Begabter und wird bis 2023 denkmalgerecht für 14 Millionen Euro saniert. Baubeginn war bereits im Sommer 2018. Die Schule besteht seit 1543 und ist eine der ältesten Bildungseinrichtungen in Mitteldeutschland. Sie nutzt seit ihrer Gründung Gelände und Gebäude der einstigen Zisterzienserabtei Pforta in Schulpforte, einem Ortsteil von Naumburg.