Magdeburg l Sachsen-Anhalts Schulen starten am 27. August mit einer zweitägigen Maskenpflicht ins neue Schuljahr. Sie gilt aber nur außerhalb des Unterrichts. Anschließend greift ein Stufenplan mit verschieden strengen Hygieneauflagen – je nach Infektionsgeschehen.

Für rund 195 000 Schüler in Sachsen-Anhalt beginnt am 27. August das neue Schuljahr – erstmals seit März im Regelbetrieb. Anders als vor den Ferien findet der Unterricht damit generell wieder in den Schulen statt, solange es keine Corona-Fälle gibt.

Die Schule bleibt aber im Krisen-Modus: „Es wird kein normales Schuljahr“, sagte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) gestern nach einer Sitzung des Kabinetts. In den ersten beiden Tagen müssen Schüler außerhalb des Unterrichts eine Maske tragen. In diesem Zeitraum sollen Schüler oder Eltern unterschreiben, dass sie die Hygieneauflagen ihrer Schule kennen.

Spielraum

Gibt es keine Corona-Fälle, können die Schulen danach selbst entscheiden, ob sie eine Maskenpflicht im Gebäude anordnen. Im Einzelfall sei nach Absprache auch das Tragen einer Maske im Unterricht möglich, so Tullner.

In Schulen ohne Infektionen gilt ansonsten: Der Unterricht erfolgt in festen Gruppen. Es ist regelmäßig zu lüften. Der Mindestabstand von 1,5 Metern darf aber unterschritten werden.

Schüler, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich generell binnen 72 Stunden auf das Coronavirus testen lassen. Ohne negatives Ergebnis dürfen Betroffene die Schule 14 Tage lang nicht betreten.

Gibt es einen Corona-Fall an einer Schule, greift ein eingeschränkter Betrieb: Der Mindestabstand muss dann eingehalten werden, Risikogruppen sind bei Vorlage eines Attests vom Unterricht befreit. Schulen sollen im eingeschränkten Betrieb zudem einen Wechsel aus Präsenz- und Heimunterricht anbieten.

Ordnen Gesundheitsämter coronabedingt Schulschließungen an, haben Kinder bis zum Alter von 12 Jahren Anspruch auf Notbetreuung.

Mit diesen Regeln und „minimalinvasiven Eingriffen“ gelte es, die Infektionszahlen niedrig zu halten, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Ziel sei es, Schulschließungen möglichst zu vermeiden.

Sachsen-Anhalts Vorgehen ähnelt dem von Sachsen. Auch dort soll je nach Infektionsgeschehen ein Stufenplan für Auflagen gelten. Die Schule startet im Nachbarland am 31. August. Sachsen überlässt den Schulen aber von Anfang an die Entscheidung ob Masken zu tragen sind.

Die strengsten Auflagen gelten in Nordrhein-Westfalen. Dort gilt die Maskenpflicht ab der fünften Klasse vorerst bis 31. August auch im Unterricht. In anderen Ländern, wie Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gilt die Maskenpflicht im Gebäude, nicht aber im Unterricht.

Schulleiter aus Sachsen-Anhalt kritisierten den Fahrplan der Landesregierung gestern: Die Strategie komme reichlich spät, sagte Dietrich Lührs, Leiter des privaten Magdeburger Domgymnasiums. Seine Schule werde 14 Tage Maskenpflicht auch im Unterricht anordnen. Thomas Gaube, Chef des Philologenverbands und Schulleiter sagte, das Konzept sei „weder Fisch noch Fleisch“.