Wittenberg/Prettin l Eine Havarie der Gierfähre von Prettin (Wittenberg) hat die Wasserschutzpolizei am Sonntag bis in den späten Abend beschäftigt. Nach Polizeiangaben von Montag war das Drahtseil der Fähre gegen 16.30 Uhr gerissen. Die Fähre trieb etwa 50 Meter flussabwärts, bevor der Fährmann den Anker geworfen hat. Die im Fluss ankernde Fähre sei dann ans Flussufer gesteuert worden. An Bord befanden sich auch Passagiere: Ein älteres Ehepaar im Pkw und ein Traktorfahrer mit seinem Fahrzeug. „Es bestand für die Passagiere keine Gefahr. Die Personen hätten auch an Land gehen können, wollten aber bei ihren Fahrzeugen bleiben“, informierte Lutz Wendt, Reviereinsatzleiter der Wasserschutzpolizei auf Nachfrage.

Ein Schlepper des Wasser- und Schifffahrtsamtes wurde gerufen. Es schleppte das verunglückte elbaufwärts zurück an den Anleger. Dort konnten Passagiere und Fahrzeuge die Fähre gegen 21.30 Uhr wieder verlassen. „Die Frau des Fährmannes war ebenfalls an Bord. Sie versorgte alle mit Kaffee und Kuchen“, so Lutz Wendt von der Wasserschutzpolizei.

Eine Gierfähre nutzt zur Fortbewegung die Strömung des Flusses, den sie überqueren will. Die Fähre hängt an einem langen Drahtseil, das sich kurz vor der Fähre aufteilt. Jeweils an Bug und Heck ist ein Seilende an der Fähre befestigt. Durch das Verändern der Länge der Seilenden ändert sich auch der Anstellwinkel der Fähre zum Strom. Die Strömung des Wassers drängt die Gierfähre dann an das Ufer. Somit überquert sie einen Fluss ohne Motorkraft.