Sachsen-Anhalt

Spargelsaison startet wohl Anfang April

Mit dem Frühjahr steht die Spargelsaison vor der Tür. In wenigen Wochen soll die Ernte beginnen - wenn das Wetter mitspielt.

Halle (dpa) l Schon in wenigen Wochen könnte in Sachsen-Anhalt der erste Spargel des Jahres geerntet werden. Anfang April sei ein realistischer Zeitpunkt, sagte Spargelbäuerin Carmen Kalkofen aus Tangerhütte (Landkreis Stendal). "Wenn die Sonne scheint, müsste das hinhauen." Die ersten Folien habe sie schon über einige ihrer insgesamt 15 Hektar großen Spargelbeete gelegt. Die Folien wirken nach Angaben der Landwirtin wie ein Gewächshaus und lassen die Sonne rein. Das erwärme die Beete und ermögliche eine frühere Ernte.

Die Temperaturgegensätze der vergangenen Wochen hätten dem Spargel nicht geschadet, sagte Kalkofen. "Der Spargel ist absolut frostfest und überwintert am besten, wenn es schön kalt ist." Die Kälteperioden kämen nur in abgemilderter Form bei der Pflanze im Boden an. Was dem Gemüse eher schade, seien frühlingshafte Temperaturen und ständige Temperaturwechsel im Winter.

Mit Blick auf die kommenden Wochen hoffe man auf sonnenreiche Tage, sagte Jürgen Schulze, Geschäftsführer des Verbandes der Ostdeutschen Spargel- und Beerenobstanbauer (Vosba). "Da haben wir im Moment ganz gute Voraussetzungen." In den kommenden Tagen sei viel Sonnenschein in Teilen Ostdeutschlands angekündigt, der das Wachstum des Gemüses beschleunige.

Mit der Ernte rückt auch die Frage nach den Erntehelfern für die Bauern in den Vordergrund. Mit Blick auf das vergangene Jahr sagte Spargelbäuerin Kalkofen: "Es war der Horror." Es sei schwierig gewesen, überhaupt Leute für die Ernte zu bekommen, da coronabedingt Einreisen aus anderen Ländern untersagt waren. So hätten keine Rumänen einreisen dürfen, die normalerweise einen Großteil ihrer Erntehelfer bildeten, sagte Kalkofen.

Sie hoffe auf halbwegs normale Zustände in diesem Jahr. 20 Erntehelfer – meist Männer aus Polen und Rumänien – benötige sie etwa bis zum Ende der Spargelzeit im Hochsommer. Aktuell können Menschen aus Polen und Rumänien nach Deutschland einreisen. Die Einreisebestimmungen schreiben aber Corona-Tests und eine Quarantäne für Helfer aus Risikogebieten vor.

Ob die Anreise von Erntehelfern bereits in allen Betrieben gesichert sei, wollte Vosba-Geschäftsführer Schulze nicht beantworten. Das regelten die Betriebe größtenteils in Eigenregie. Die Höfe seien jedoch an "hohe Hygienestandards" gebunden, kündigte der Verbandschef an. Dazu zählten unter anderem feste Erntegruppen. "Wir haben Desinfektionsmittel. Wir haben Masken", zählte Schulze weiter auf. Das Tragen einer Maske bei der Ernte sei jedoch in der Regel nicht vorgesehen.