Berlin (dpa/wo) l Für die Millionen geretteter Stasi-Unterlagen, Fotos und Filme soll künftig das Bundesarchiv verantwortlich sein. Der Zugang zu den Akten bleibe aber unverändert, sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, am Mittwoch in Berlin. Er stellte gemeinsam mit dem Chef des Bundesarchivs, Michael Hollmann, das Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen vor. Ob und in welcher Form es die jetzige Jahn-Behörde weiter gibt, blieb offen. Der frühere DDR-Oppositionelle sagte: "Den Bundesbeauftragten wird es so nicht mehr geben." Über die Pläne muss nun der Bundestag beraten.

In Berlin soll laut dem Konzept, das an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble übergeben wurde, in der früheren Stasi-Zentrale ein Kompetenzzentrum mit Werkstätten zur Restaurierung und Digitalisierung der Stasi-Akten aufgebaut werden. In den ostdeutschen Bundesländern soll es je einen Archivstandort geben, an dem die Akten fachgerecht aufbewahrt werden können. Bislang gibt es zwölf Außenstellen. Ehemalige DDR-Bügrrechtler kritisieren die Entscheidung.

Im vergangenen Jahr wurden bei der Stasi-Unterlagen-Behörde rund 45.000 Anträge auf persönliche Akteneinsicht gestellt; das waren rund 3000 Anträge weniger als 2017.