Magdeburg l Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im vergangenen Jahr um 102 auf 75 111 gesunken. Und es gab noch nie so wenige Verkehrstote in Sachsen-Anhalt wie im vergangenen Jahr. Diese Nachrichten hat Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) am Dienstag beim Vorstellen der Verkehrsunfallbilanz vorangestellt.

Tote und Verletzte: Die Zahl der Verkehrstoten hat zwar einen historischen Tiefststand erreicht. Das Land steht im Vergleich mit anderen Bundesländern aber noch schlecht da. Gemessen an der Einwohnerzahl war das Risiko, im Straßenverkehr zu sterben, in Sachsen-Anhalt und Brandenburg am höchsten. Auf eine Million Einwohner berechnet, wurden im vergangenen Jahr 59 Menschen im Straßenverkehr getötet. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 38. Rechnet man zu den insgesamt 132 Verkehrstoten im Land alle Leicht- und Schwerverletzten, gab es 10 535 Verunglückte. „Das ist leider noch eine sehr hohe Personenzahl, vergleichbar mit einer Kleinstadt“, so Jörg Kuske, Verkehrsexperte im Innenministerium.

Kinder: Schulwegunfälle sind um 38 auf 54 im vergangenen Jahr zurückgegangen. Stahlknecht führt diese Entwicklung auch auf die verstärkten Einsätze der Regionalbereichsbeamten an Schulen zurück. „Die größte Gefahr für Kinder, zu verunglücken, ist nach wie vor als Insasse im Auto“, so Kuske. Von den vier Todesopfern im vergangenen Jahr waren drei Mitinsasse im Pkw. Insgesamt verletzten sich 882 Kinder bei Unfällen, 32 mehr als im Vorjahr.

Unfallursachen: Wildunfälle haben mit 14 331 Zusammenstößen ein Rekordhoch erreicht. In Sachsen-Anhalt ist dies noch vor den klassischen Parkplatzremplern die Unfallursache Nummer eins. Damit war jeder fünfte bei der Polizei angezeigte Zusammenstoß ein  Wildunfall. Zwei Drittel der beteiligten Tiere waren Rehe.

Geschwindigkeit: Fast ein Viertel der schweren Unfälle ist auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. In diesem Zusammenhang kündigte Stahlknecht die erneute Teilnahme des Landes beim Blitzermarathon in zwei Wochen am 18. April an. Außerdem sollen demnächst zwei feste Blitzeranlagen auf der A 2 bei Magdeburg aufgebaut werden.

Autobahnen: Die Zahl der Unfälle auf Autobahnen ist im vergangenen Jahr erneut um 65 auf 4808 gestiegen, 2015 lag sie noch bei 4538. Bei den Unfällen wurden 27 Menschen getötet, neun mehr als im Vorjahr.  Unter den 27 Toten waren 20 Lkw-Fahrer. Sechs von ihnen kamen am Stauende ums Leben. Spitzenreiter waren die Autobahnen A 14 mit zehn Toten (zwei im Vorjahr) und die A 2 mit zehn Toten (elf im Vorjahr). Neben verstärkten Kontrollen sollen künftig alle Baustellenfahrzeuge mit GPS-Systemen ausgerüstet werden, um Staus schneller an Radios und Navigationssysteme melden zu können.