Magdeburg l Wo lebt es sich in Deutschland am besten? Dieser Frage ist das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos im Auftrag von „ZDFzeit" nachgegangen. Für die Studie wurden 401 Landkreise und kreisfreie Städte unter die Lupe genommen, Daten gesammelt und ausgewertet. Drei gute Nachrichten aus regionaler Sicht: Sachsen-Anhalts Kreise und Städte tragen nicht wie so oft die rote Laterne, sondern platzierten sich im breiten Mittelfeld.

In Magdeburg lebt es sich der Studie zufolge deutlich besser als in Halle. Und der nördliche Bereich Sachsen-Anhalts stellt den Süden in den Schatten.

Maximal konnten 300 Punkte erreicht werden, je 100 pro Kategorie. Diese hießen: „Arbeit & Wohnen", „Gesundheit & Sicherheit" sowie „Freizeit & Natur". Insgesamt wurden 53 Indikatoren untersucht. Das Ergebnis: In München lebt es sich bundesweit am besten, die Bayern-Metropole ist mit 207 Punkten Spitzenreiter, Schlusslicht ist Gelsenkirchen (109).

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Der Unterschied zwischen Magdeburg und Halle im Gesamtranking beträgt 101 Plätze. Die Landeshauptstadt belegte mit 166 Punkten Platz 217, Halle sammelte 153 Zähler und kam auf Platz 318. Im Magdeburger Rathaus nahm man das Ergebnis der Studie mit Interesse zur Kenntnis. Bürgermeister Klaus Zimmermann (CDU) erklärte: „Es freut uns natürlich riesig, dass wir offensichtlich 100-mal besser sind als Halle. Aber im Ernst: Wir sehen das als positives Ergebnis dessen, dass wir haushaltspolitisch in den letzten 20 Jahren unsere Hausaufgaben gemacht und die Konsolidierung konsequent vorangetrieben haben. Dadurch konnten wir in die Infrastruktur investieren – und hier vor allem in die Bereiche, die die Lebensqualität erhöhen."

Insgesamt können Halle und Magdeburg vor allem in der Kategorie „Freizeit und Natur" punkten, und hier wiederum besonders mit dem hohen Anteil der Erholungsfläche an der Gesamtfläche - bei diesem Indikator belegt Halle sogar Platz 1, Magdeburg wird Dritter. Weit hinten zu finden sind die beiden größten Städte Sachsen-Anhalts indes bei Eheschließungen (Halle: Platz 397), Kinderarmut (Halle 398; Magdeburg 380) oder bei der Wahlbeteiligung bei den letzten Kommunalwahlen (Magdeburg: Platz 392).

Auffällig ist auch das Nord-Süd-Gefälle in Sachsen-Anhalt: Der Harzkreis (163 Punkte/Platz 242), der Bördekreis (156/296) und der Altmarkkreis Salzwedel (153/319) platzieren sich im Mittelfeld. Der Kreis Mansfeld-Südharz (139/378) oder Anhalt-Bitterfeld (141/372) sind indes weiter hinten zu finden.

Allgemein kommt die Studie zum Ergebnis, dass die Unterschiede bei der Lebensqualität in Deutschland zwischen Nord und Süd größer sind als die zwischen Ost und West. So sich gleich mehrere Kreise aus dem Ruhrgebiet auf den letzten Plätzen des Rankings zu finden.