Herr Härtel, am Wochenende treffen im Super Bowl die New England Patriots und die Philadelphia Eagles aufeinander. Seit wann interessieren Sie sich für American Football?
Jens Härtel: Meine Söhne waren in den USA, dort habe ich mir dann auch mal ein Spiel live angeschaut. So ist das Interesse weiter gewachsen.

Welche Partie haben Sie im Stadion gesehen?
Das war 2016, als die Tampa Bay Buccaneers gegen die Chicago Bears gespielt haben. In Berlin habe ich zwar auch mal eine Partie gesehen. Es ist aber noch mal etwas ganz anderes, wenn Profis auf allerhöchstem Niveau ihren Sport ausüben.

Was fasziniert Sie am American Football?
Die Top-Spieler bringen immer dann ihre besten Leistungen, wenn der Druck am höchsten ist. Das macht die Superstars in der NFL aus. Das ist für alle Spitzensportler das Geheimnis. Wenn es darauf ankommt, muss man da sein.

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Wie oft schauen Sie Football im Fernsehen?
Ich habe mir in den Play-offs zuletzt die Atlanta Falcons gegen Philadelphia sowie New England gegen die Jacksonville Jaguars angeschaut.

Welche Parallelen sehen Sie zum Fußball?
In beiden Sportarten muss man schnell auf Situationen reagieren. Ähnlich wie beim Football wird auch im Fußball der Trainerstab immer größer. Ich denke, dass es im Fußball in Zukunft weiterhin eine Spezialisierung gibt. Ich könnte mir vorstellen, dass sich bald ein Trainer nur um Standards, ein anderer um die Defensive sowie Offensive kümmert. Das ist im American Football jetzt schon so.

Können Sie sich Dinge vom American Football abschauen?
Ein Spielzug beginnt immer mit einer Standardsituation. Interessant ist, wie sich die Spieler in wenigen Sekunden freilaufen, obwohl sie eng gedeckt werden. Die gegenläufigen Bewegungen sind ähnlich wie im Fußball. Ein Spieler kann sich nur im höchsten Tempo freilaufen. Auch das Erkennen des freien Raumes ist spannend. Da kann ich schon etwas mitnehmen.

Machen Sie sich bei einem NFL-Spiel Notizen?
Nein, ich lehne mich zurück und schaue mir die Partie entspannt an. In diesem Moment bin ich Fan und nicht der Coach, der nur etwas mitnehmen will, um es auf sein Team zu übertragen.

Im Fußball wird viel über den Videobeweis diskutiert. Was macht die NFL besser?
In der NFL gibt es die Coach’s Challenge, das heißt, dass der Trainer zweimal pro Partie durch das Werfen einer roten Flagge Situationen überprüfen lassen kann. Das würde ich auch im Fußball anstelle des jetzigen Videobeweises einführen. Bei der Szene im Meppen-Spiel mit Philip Türpitz und dem Handspiel hätte ich gerne meine Flagge geworfen. Dieses Challenge kann auch ein taktisches Mittel sein, wenn man die Flagge wirft, die Spieler noch mal zusammenholt und Anweisungen gibt.

Auf wen setzen Sie im Super Bowl?
Normalerweise müsste New England gewinnen. Ich drücke aber dem Außenseiter Philadelphia die Daumen.

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