Magdeburg (dpa) l Der Klimawandel stellt auch die privaten Waldbesitzer in Sachsen-Anhalt vor Herausforderungen. Nach Meinung des Vorsitzenden des Waldbesitzerverbandes, Franz Prinz zu Salm-Salm, verlangt der Klimawandel mehr Flexibilität. "Klimawandel bedeutet, mit der Natur zu arbeiten", sagte er. Als Beispiel nannte er die Buche. Sie werde massiv unter dem Klimawandel leiden, weil sie starke Schwankungen bei der Feuchtigkeitsversorgung nicht vertrage.

Eine Alternative könne die Douglasie sein, sagte Salm-Salm. Die privaten Waldbesitzer wollen über dieses Thema auch an diesem Samstag bei ihrem Verbandstag in Magdeburg sprechen. In Sachsen-Anhalt sind etwa ein Viertel der Landesfläche Wald. Laut Salm-Salm sind das 530.000 Hektar. Davon sind 280.000 Hektar Privatwald. Es gibt 53.000 private Waldbesitzer im Land.

Wegen Schädlingsbefall fast ausgestorben

Für die Esche, die in Sachsen-Anhalt wegen Schädlingsbefall fast ausgestorben sei, wäre die Schwarznuss ein Ersatz, sagte Salm-Salm. In besonderen Schutzgebieten – den Natura 2000-Gebieten – sei dies aber nicht erlaubt. Das Naturschutzprojekt enthält aus seiner Sicht zu viele Auflagen. "Man stellt ein Gebiet museal unter Schutz", kritisierte Salm-Salm. Die Waldbesitzer dürften diese Gebiete zwar bewirtschaften, aber es gebe Vorgaben etwa hinsichtlich von Baumarten, die angepflanzt werden dürften.

Salm-Salm wünscht sich für die Privatwaldbesitzer mehr Unterstützung durch die Politik. Von Juni 2017 bis Januar 2018 habe es fünf schwere Stürme gegeben. Fünfmal einen Jahreseinschlag hätte diese Stürme auf die Erde gelegt. "Die Menschen, die jetzt mit Herzblut in den Wäldern arbeiten, werden alleingelassen", sagte Salm-Salm.

Vorschlag erarbeitet

Der Verband hatte sich eine Katastrophenrichtlinie gewünscht und auch einen Vorschlag erarbeitet. Laut Umweltministerium ergab die fachliche Prüfung aber, dass die Richtlinie aus ihrer Sicht nicht den gesetzlichen Vorgaben genüge. Es gebe aber andere Möglichkeiten, finanzielle Hilfe für die Wiederaufforstung und den Schutz mit Zäunen zu beantragen, hieß es dazu beim Ministerium.