Reisemobile

Magdeburger sind Deutschlands Wohnmobilmuffel

Anhaltender Wohnmobil-Boom ist in Sachsen-Anhalt kein Thema.

Von Massimo Rogacki
Mit dem Wohnmobil in den Urlaub? Magdeburger und Hallenser setzen auf andere Fortbewegungsmittel.
Mit dem Wohnmobil in den Urlaub? Magdeburger und Hallenser setzen auf andere Fortbewegungsmittel. IMAGO / agefotostock

Magdeburg/Berlin - Reisen in den eigenen vier Wänden boomt. 50 Prozent mehr Wohnmobile wurden in den vergangenen fünf Jahren bundesweit zugelassen. Zu den Schlusslichtern bei den Zulassungen gehören in Magdeburg und Halle die beiden großen Städte in Sachsen-Anhalt. Spitzenreiter beim Kauf eines trendigen Reisemobils: Kiel, Freiburg und Lübeck. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Goldenstein Rechtsanwälte.

Rund 48 Millionen Zulassungsdaten aus den 40 größten deutschen Städten hat das Team unter die Lupe genommen. Rund 14 Wohnmobile kommen im Bundesschnitt auf 1000 zugelassene Pkw.

In Kiel wird anscheinend nicht nur gesegelt, die norddeutsche Hafenstadt führt das Ranking an (29,5 Zulassungen). Auf Rang zwei: Freiburg (28,8). Die beiden großen Städte in Sachsen-Anhalt gehören im Bundesvergleich offensichtlich zu den Wohnmobil-Muffeln. In Magdeburg wurden lediglich 7,1 Wohnmobile auf 1000 Pkw zugelassen. Noch geringer ist die Quote in Halle (6,6) und Wiesbaden (6,4). Schlusslicht ist die Bankenmetropole Frankfurt (6,2).

Sachsen-Anhalt liegt hinten

In den ostdeutschen Bundesländern sind Wohnmobile der Analyse zufolge vergleichsweise unbeliebt. Sachsen-Anhalt (7,5 Zulassungen je 1000) liegt ganz hinten. Auch Brandenburg (11,3), das Saarland (11,1), Thüringen (9,2) und Sachsen (9,1) haben eine besonders niedrige Quote an Zulassungen. An der Spitze: Schleswig-Holstein (25,8), Hamburg (19,4) und Niedersachsen (16,1). 

„Wohnmobile sind in Deutschland extrem beliebt und die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch einmal verstärkt“, resümiert Goldenstein-Chef Claus Goldenstein. Wohnmobile würden vor allem in Nord- und Süddeutschland gekauft. „In den neuen Bundesländern scheint der Camper-Trend hingegen noch nicht voll angekommen zu sein“, so Goldenstein.

Der Caravaning Industrie Verband (CIVD) hatte zuletzt 78.055 Neuzulassungen für das Jahr 2020 gemeldet. Ein Plus von 44,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Verband erwartet, dass sich der positive Trend im laufenden Jahr fortsetzt.