Wetter

Temperatursturz: Wann kommen die Eisheiligen in Sachsen-Anhalt an?

In der Regel gilt: Nach den ersten warmen Frühlingstagen im Jahr wird es ab dem 11. Mai noch einmal richtig kalt. Diese Wetterperiode wird auch als „Eisheilige“ bezeichnet. Besonders Hobbygärtner bangen dann um ihre Pflanzen. Wann kann Sachsen-Anhalt in den kommenden Tagen damit rechnen?

Von Linda May van Bui Aktualisiert: 11.05.2022, 07:36 • 06.05.2021, 16:33
Frostige Morgen kommen auch noch im Frühling vor. Und das gefährdet kälteempfindliche Pflanzen im Garten. Foto: Zacharie Scheurer/
Frostige Morgen kommen auch noch im Frühling vor. Und das gefährdet kälteempfindliche Pflanzen im Garten. Foto: Zacharie Scheurer/ dpa-tmn

Magdeburg - So richtig beginnt die Garten- und Balkonsaison erst nach den Eisheiligen gegen Ende Mai. Denn normalerweise ziehen in diesen Tagen noch einmal Frost, kalter Wind und gelegentliche Unwetter über das Land. Wann kann Sachsen-Anhalt in den kommenden Tagen mit den Eisheiligen rechnen? Der Deutsche Wetterdienst gibt Auskunft und verrät, wie die Erderwärmung und unser Kalender auf diese Wetterperiode einwirken.

Eisheilige: Darauf können sich Gartenfreunde einstellen

Gewiss ist, dass die „Eisheiligen“ dieses Jahr bedeutend sanfter ausfallen, als erwartet. Nachdem die Woche mit sommerlichen Temperaturen startet, zieht eine leichte Kaltfront ab Donnerstag über Mitteldeutschland und bringt einige Wolken mit sich – dennoch bleiben die Temperaturen angenehm mild, bei bis zu 18 Grad Celsius. Vereinzelt kann es lediglich zu Schauern und Gewittern kommen.

Auch der gefürchtete Nachtfrost bleibt aus. Hobbygärtner können mit nächtlichen Temperaturen um die 10 Grad Celsius rechnen, so der Deutsche Wetterdienst. Das kommende Wochenende bleibt ebenfalls mild mit einem Mix aus Sonne und Wolken. Nur in der Nacht zu Montag könnte in wenigen Regionen die Bodentemperatur gegen 0 Grad Celsius sinken.

Erderwärmung und Gregorianischer Kalender beeinflussen Eisheilige

Dass diese erwartet kalten Tage wärmer ausfallen als gedacht, ist kein Zufall. Die Erderwärmung trägt spürbar dazu bei, dass solche frostigen Wetterperioden gemildert werden. Die einzelnen Jahreszeiten verschieben sich zusätzlich immer weiter nach vorn. Aktuell lässt sich sagen, dass das Frühjahr rund zwölf Tage eher beginnt als noch vor 50 Jahren. So treten die letzten Nachtfröste mittlerweile vermehrt Ende April bis Anfang Mai auf, erklärt der Deutsche Wetterdienst.

Desweiteren sollten sich Hobbygärtner und Landwirte nicht an der strikten, zeitlichen Periode der Eisheiligen, 11. bis 15. Mai, festhalten. Den Ursprung findet dieses Wetterphänomen nämlich zu Zeiten des sogenannten Julianischen Kalenders (etwa 45 v. Chr.). Heutzutage leben wir nach dem Gregorianischen Kalender. Dieser entstand Ende des 16. Jahrhunderts. Zwischen diesen beiden Kalendern liegt eine Differenz von 13 Tagen. Das begründet ebenfalls, warum Wetterperioden wie die Eisheiligen oder der Siebenschläfer nicht mehr zu ihren "geplanten Zeiten" auftreten.