Magdeburg (dpa) l Sachsen-Anhalts Jäger haben im ersten Halbjahr 151 tote Wildschweine vorsorglich auf die Afrikanische Schweinepest untersuchen lassen. Das seien fast vier mal so viele Untersuchungen wie im gesamten Vorjahr gewesen, teilte das Umweltministerium am Dienstag mit. Die Jäger leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Prävention bei der Tierseuche, betonte Ministerin Claudia Dalbert (Grüne).

Sachsen-Anhalt zahlt seit diesem Jahr eine Prämie von 50 Euro für jede Beprobung. Der Erreger soll so im Fall des Falles schnell entdeckt werden. Die Afrikanische Schweinepest ist bislang vor allem in Osteuropa, aber auch in Belgien nachgewiesen worden. Sie ist für den Menschen ungefährlich, könnte aber zu großen Schäden in Zuchtbeständen führen. In Sachsen-Anhalt gibt es mehr als 2900 Schweinehaltungen mit zusammen rund 1,35 Millionen Tieren.

Nach Angaben des Umweltministeriums gab es in der vergangenen Woche eine gemeinsame Übung mit Bayern, Sachsen und Thüringen. "Sachsen-Anhalt ist sehr gut vorbereitet", erklärte Dalbert nach der Übung. "Ich bin sicher, dass unsere Präventionsmaßnahmen Wirkung zeigen und unser Früherkennungssystem greifen wird."

Experten-Gruppe einberufen

Das Land hat eine Sachverständigengruppe zur Afrikanischen Schweinepest einberufen, die dem Ministerium zufolge regelmäßig tagt. Sie besteht aus Tierärzten, Jägern, Epidemiologen, Biologen und Mitgliedern betroffener Verbände. Sollte die Seuche in Sachsen-Anhalt auftreten, sollen die Experten geeignete Maßnahmen festlegen und die Behörden beraten. Bereits angeschafft wurden 30 mobile Container, um Kadaver zwischenzulagern, sowie 25 Kilometer Wildschutzzaun.

Die intensive Beobachten des Wildschweinbestands und die Untersuchung toter Tiere gilt als eine der wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen. Zudem seien tierhaltende Betriebe zu strengen Hygiene-Maßnahmen verpflichtet worden, hieß es. An Rasthöfen entlang der Autobahnen sollen die Mülleimer regelmäßig geleert werden, Fernfahrer über das Risiko aufgeklärt werden. Die Behörden gehen davon aus, dass die Gefahr, die Seuche einzuschleppen, auf diesem Weg am größten ist.