Wernigerode l Wegen wochenlanger Unterrichtsausfälle am Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Wernigerode (Harz) gehen Eltern auf die Barrikaden. Nach eigenen Angaben wollen sie Briefe an Bildungsminister Marco Tullner (CDU) verschicken oder haben das bereits getan. In einem Schreiben fordern sie, dass das Land Privatschullehrer bezahlt, die Ausfallstunden auffangen.

In einem anderen bitten sie um eine Regelung, die es Eltern erlaubt, unterrichtsähnliche Arbeitsgemeinschaften zu betreuen. Anlass: Seit Schuljahresbeginn wird laut Leitung des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums in den Klassen 7 und 8 zum Teil weder Chemie noch Informatik unterrichtet. In Klasse 6 und 10 wurde der Mathematikunterricht reduziert. Grund sind Langzeiterkrankungen von 4 der 47 Lehrer der Schule. Drei von ihnen unterrichten in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwisssenschaften, Technik).

Das Landesschulamt ist informiert. Die Behörde prüfe „alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um der Schule zu helfen“, sagte Sprecherin Silke Stadör. Abordnungen seien nicht möglich. Zwei bis Ende Januar befristete Stellen für Mathe und Chemie seien aber seit Längerem ausgeschrieben. Es gebe bereits zwei Interessenten, deren Einstellung geprüft werde.

Eine weitere, unbefristete Stelle wurde regulär ausgeschrieben, ebenso die Stelle des stellvertretenden Schulleiters. Zum Schuljahresbeginn hatten Lehrerverbände vor Rekordausfällen im neuen Schuljahr gewarnt. Zuletzt wurden massive Ausfälle von der Grundschule Südstadt in Halle bekannt.