Halle (dpa) l Im Prozess gegen den selbst ernannten "König von Deutschland", Peter Fitzek, hat ein psychiatrischer Gutachter dem Angeklagten volle Schuldfähigkeit attestiert. "Alles Krankhafte ist bei ihm auszuschließen", sagte der Sachverständige Bernd Langer am Donnerstag vor dem Landgericht Halle. Fitzek habe sich eine Welt nach seinen Vorstellungen geschaffen, weise starke narzisstische Persönlichkeitsmerkmale auf. Er könne Menschen manipulieren, sei unbelehrbar und auch durch Strafe nicht zu beeindrucken. "Es fehlt ihm an Einsicht", sagte der Gutachter.

Fitzek, der seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft sitzt, steht seit 20. Oktober 2016 vor dem Landgericht Halle. Nach Angaben eines Sprechers werden in der nächsten Woche (8. März) die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung und das Schlusswort des Angeklagten erwartet. Am 15. März könnte das Urteil fallen. Fitzek hat die Vorwürfe der Anklage bisher zurückgewiesen.

Latente Nähe zum Rechtsextremismus

Ihm wird Untreue in 27 Fällen zur Last gelegt. Er hat laut Anklage in Wittenberg von 2009 bis 2013 unerlaubte Bank- und Kreditgeschäfte im Umfang von rund 1,7 Millionen Euro betrieben. Davon soll er 1,3 Millionen Euro für sich abgezweigt haben. Das Geld gilt als verschwunden. Laut Gutachter spielen bei Fitzek materielle Dinge eine große Rolle. Er habe eine latente Nähe zum Rechtsextremismus. Die Sicherheitsbehörden rechnen Fitzek der Reichbürgerszene zu. Er selbst bestreitet dies.

Der 51 Jahre alte gelernte Koch, der die Justiz in Sachsen-Anhalt seit Jahren beschäftigt, hatte sich geweigert, mit dem psychiatrischen Gutachter zu sprechen. Der Experte stützte seine Aussagen nach eigenen Angaben im Wesentlichen auf Unterlagen und auf das Auftreten des Mannes vor Gericht.