Halberstadt (dpa) l Etwa 100 Brände sind in diesem Jahr in privaten und kommunalen Wäldern in Sachsen-Anhalt ausgebrochen. "Das sind in etwa so viele wie in den Vorjahren", sagte Andreas Goldschmidt vom Landeszentrum Wald in Halberstadt. Eine Ausnahme bildete das Extremjahr 2018. Damals brannte es wegen der langanhaltenden Trockenheit 171 Mal. Insgesamt gerieten dabei knapp 113 Hektar Wald in Brand. Der vorläufigen Bilanz für 2019 zufolge waren in diesem Jahr nur rund 16,5 Hektar Fläche betroffen. Für die meisten Feuer ist nach Angaben des Landeszentrums Wald der Mensch verantwortlich.

"In etwa 96 Prozent aller Fälle wird das Feuer von Menschen verursacht", betonte Goldschmidt. Meistens sei Fahrlässigkeit im Spiel. So würden Autos auf dürren Wiesen an Waldesrändern geparkt oder Zigaretten trotz Waldbrandwarnungen einfach auf die trockenen Böden geworfen. Die Verursacher könnten jedoch meist nicht ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden. "Nur vier Prozent der Brände sind naturgemacht", so der Forstexperte. In der Regel sei dann ein Blitzschlag verantwortlich.

Dass in diesem Jahr trotz Trockenheit und relativ wenigen Niederschlägen nicht so viele Flächen wie 2018 abgebrannt seien, habe verschiedene Gründe, sagte Goldschmidt. Oft sei es einfach nur Glück. Wenn beispielsweise kein Wind wehe, könne sich ein Feuer nicht so schnell ausbreiten. Auch habe es etwas mehr geregnet als 2018. Außerdem gebe es Gebiete, in denen Brände schwerer zu löschen seien, als anderswo – etwa wenn Munition in den Wäldern vermutet werde. Im August 2018 kam es beispielsweise in der munitionsbelasteten Annaburger Heide zu einem Großbrand.

In diesem Jahr wurden wie auch im Vorjahr besonders der Norden und Osten des Landes in Mitleidenschaft gezogen. Dort stünden viele Kiefern, sagte der Forstexperte. Nach den Bränden müssten einige Wälder wieder aufgeforstet werden, andere regenerierten sich von allein. Genaue Angaben zu anfallenden Kosten konnten nicht gemacht werden. Neben den privaten und kommunalen Wäldern sind auch Wälder des Bundes oft von Bränden betroffen. Angaben zu diesen Gebieten konnte das Landeszentrum nicht machen.