Bäume selber schlagen (Auswahl)

Gartenbau Bernd Progatzky, Burg (Jerichower Land): Seit 1992 kann man in der Zerbster Promenade 11D bis Heiligabend Blaufichten schlagen. Im Angebot sind auch Nordmanntannen.

Beim Weihnachtsbaumverkauf in Kenzendorf (Gardelegen) jeweils von 9 bis 16 Uhr kann man am 21. und 22. Dezember Bäume schlagen. Es ist eine alte Familientradition derer von Alvensleben, die mit der Rückkehr der Familie nach der Wende wiederbelebt wurde. Die erste Runde findet bereits am 14. und 15. Dezember statt. Der Erlös aus Glühwein, Flammkuchen und Wild-Bratwurst kommt seit 17 Jahren dem Förderverein Gardeleger Kinderklinik zugute. Zu erreichen ist der Ort über die B71 bis Letzlingen, von dort die alte Letzlinger Landstraße, Abzweig Roxförde. Der Waldweg ist ausgeschildert.

Am Forsthaus Döllnitz bei Klötze (Altmarkkreis Salzwedel) lädt der Landesforstbetrieb am Sonnabend von 9.30 bis 12 Uhr zum Weihnachtsbaumverkauf ein.

Baumschule Huy (Harzkreis), Im Winkel 2, kann am Sonnabend und Sonntag von 10 bis 16 Uhr noch zu Säge und Axt gegriffen werden. Ab der Hauptstraße ist der Weg zu den Nordmanntannen und anderen Nadelbäumen ausgeschildert.

Im Wald bei Tangerhütte (Kreis Stendal) können am Sonnabend und Sonntag sowie am 20., 21. und 22. Dezember – jeweils 10 bis 16 Uhr – Bäume selbst geschlagen werden. Vom werner-Seelenbinder-Ring 29 findet man das Gebiet, indem man dem landwirtschaftlichen Fahrradweg folgt.

Magdeburg l In Sachsen-Anhalt bauen 42 Betriebe sogenannte Weihnachtsbaumkulturen an. Das geht aus der Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Cornelia Lüddemann hervor. Auf 69 Hektar, in etwa die Größe von 96 Fußballfeldern – wachsen die Bäume.

In Deutschland sind die Favoriten für die Weihnachtszeit Nordmanntannen, Blaufichten, Fichten, Rotfichten, Nobilistannen, Kiefern, Douglasien, Colorado und Korea-Tannen.

Nordmanntanne oben auf Beliebtheitsliste

Die Nordmanntanne steht auf der Beliebtheitsskala deshalb ganz oben. Von den rund 25 Millionen Weihnachtsbäumen, die dieses Jahr wieder allein in Deutschland verkauft werden, sind 70 bis 80 Prozent Nordmanntannen. Ihr Vorteil: Sie wächst gleichmäßig, hat sehr weiche Nadeln und diese bleiben auch vergleichsweise lange am Baum.

Allerdings muss man sich damit abfinden, dass die „Nordmann“, deren angestammte Heimat der Kaukasus ist, nicht den typischen Nadelbaumduft ausströmt, der eigentlich zum Weihnachtsbaum gehört.

Die Rotfichte gilt als klassischer, traditioneller Weihnachtsbaum mit dunkelgrünen, leicht stechenden Nadeln. Er wirkt als „Tannenbaum“ am ursprünglichsten.

Die Blaufichte ist exklusiver

Die Blaufichte ist exklusiver. Und eher modern. Beliebt ist ihr pyramiden- und etagenförmiger Wuchs. Besonders auffallend ist der blausilbrige Schimmer ihrer leicht stechenden Nadeln.

Die Nobilistanne ist ein schlanker, schicker Christbaum mit stabilen Zweigen, etagenförmigem Wuchs und grün-blauen Nadeln. Allerdings fristet der Baum bisher lediglich ein Außenseiterdasein. Zu Unrecht. Denn sie gilt als robust, nadelfest und lange haltbar. Kenner loben besonders die stabilen Äste, die auch bei schwererem Baumschmuck nicht durchhängen. Ihr Duft ist intensiv.

Die Kiefer ist der ideale Baum für Minimalisten. Sie kann zwar im Aussehen mit den Tanne und Fichte nicht mithalten, aber wer seinen Baum bis Ostern stehen lassen will, ohne dass er nadelt, greift zur bis zu sieben Zentimeter langnadligen Kiefer.

Die Zuckerhutfichte ist zierlich und formschön. Zumeist hat sie einen dichten Wuchs, der an einen formvollendeten Zuckerhut erinnert. Erst nach 30 Jahren erreicht sie eine Höhe von drei bis vier Metern und ist auch deshalb eine der teueren Varianten des Christbaums.

Edeltanne ist kompakt gewachsen

Die Edeltanne ist kompakt gewachsen, aber auch etwas unrgelmäßig. Sie hat dicke Nadeln, die den typischen Weihnachtsbaumduft ausströmen. Sie sind grün-blau, weich und stechen nicht. Die Edeltanne hält sich sehr lange.

2018/2019 sind in Sachsen-Anhalt keine Nadelbäume gepflanzt worden, die einmal während der Weihnachtszeit die Wohnstuben zwischen Arendsee und Zeitz verschönern sollen. Um den Bedarf im Land zu decken, setzt man auf Importe. So wurden im vergangenen Jahr 15 227 nach Sachsen-Anhalt importiert. 2017 waren es 15 757 Bäume – 530 mehr. Exportländer waren die Niederlande und Dänemark.

Baum-Meter zwischen 6 und 25 Euro

Die Preise für Weihnachtsbäume 2019 sind nicht gestiegen. Ausgesucht schöne Nordmanntannen werden zwischen 18 und 25 Euro pro laufenden Meter gehandelt. Die Kosten für die Blaufichte liegen bei 10 bis 16 Euro und die Fichte bei 6 bis 10 Euro.

Der Natur-Weihnachtsbaum verliert allerdings an Bedeutung. Der Trend geht zum Plastikbaum. Bisher wurde die Plastiktanne hauptsächlich in Geschäften und Restaurants aufgestellt, da sie mindestens sechs Wochen durchhalten müssen. Inzwischen sind im privaten Bereich die Weihnachtsbäume zu etwa zwölf Prozent künstlich.

Die Nachfrage nach kleineren Bäumen von 1,50 bis 1,75 Meter nimmt zu.

Der Trend nach Regionalität verstärkt sich: 30 Prozent der Bäume werden direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, weitere 30 Prozent im Straßenhandel und der Rest in Supermärkten sowie in Garten- und Baumärkten.

Online-Verkauf wächst

Der Online-Verkauf wächst kontinuierlich. Nach einer Umfrage des Digitalverbandes Bitcom gaben elf Prozent der Befragten an, ihren Baum im Internet bestellen zu wollen.

Wer einen Baum aus deutschen Wäldern ohne Genehmigung fällt, begeht einen Diebstahl und ihm drohen Bußgelder bis zu 50 000 Euro, als Mindestwert geben fast alle Bundesländer ein Bußgeld von 50 Euro an.