1. Startseite
  2. >
  3. Sachsen-Anhalt
  4. >
  5. Tiefdruckgebiet stoppt sibirische Kältewelle: Warum uns –20 Grad erspart bleiben

Bombogenese verhindert Eiszeit Tiefdruckgebiet stoppt sibirische Kältewelle: Warum uns –20 Grad erspart bleiben

Sachsen-Anhalt bleibt von einer extremen Kältewelle vorerst verschont. Ein Tiefdruckgebiet blockiert den Zustrom sibirischer Eisluft. Dennoch zeigt sich der Winter mit Schnee und frostigen Temperaturen.

Von Franziska Peinelt 22.01.2026, 14:54
Während Osteuropa unter eisigen Temperaturen leidet, verläuft der Winter in Deutschland bislang moderater.
Während Osteuropa unter eisigen Temperaturen leidet, verläuft der Winter in Deutschland bislang moderater. (Symbolfoto: dpa/Julian Stratenschulte)

Magdeburg/Halle (Saale). – Extreme sibirische Kälte mit Temperaturen bis nahe minus 20 Grad bleibt Deutschland vorerst erspart. Verantwortlich dafür ist ein kräftiges Tiefdrucksystem, das sich über Westeuropa befindet. 

Lesen Sie auch: Bis zu -10 Grad Celsius! Eisige Nächte und Schnee erwartet

Dennoch zeigt sich der Winter in Sachsen-Anhalt von seiner kalten Seite, inklusive Schnee, der am Wochenende erwartet wird.

Europa zwischen Eiszeit und Wetterpuffer

Während weite Teile Russlands aktuell unter klirrender Kälte mit Werten um –30 Grad leiden, verläuft die Entwicklung hierzulande deutlich moderater. Deutschland liegt derzeit zwischen mehreren mächtigen Druckgebilden.

Hochdruckzentren über Skandinavien und Russland sowie das Sturmtief Harry im Westen halten einander in Schach. Dadurch bleibt der direkte Zustrom sibirischer Eisluft blockiert. Meteorologen beobachten diese fragilen Entwicklungen genau, denn sie kann sich rasch verschieben.

Auch interessant: Mehr Rohrbrüche bei Frost? - Midewa erklärt: „Kritisch sind die Temperaturschwankungen“

Besonders entscheidend ist ein sich rasend schnell vertiefendes Tiefdruckgebiet über der Biskaya, einer Bucht des Atlantischen Ozeans entlang der Nordküste Spaniens und der Westküste Frankreichs. In der Nacht zu Freitag fällt dort der Luftdruck innerhalb kurzer Zeit drastisch ab. Experten sprechen bei dem Phänomen von einer Bombogenese.

Die Folge: schwere Sturmböen und Sturmfluten an den Küsten von Frankreich und Spanien. Für Deutschland wirkt dieses System jedoch wie ein Schutzschild, da es den Vormarsch der sibirischen Ostkälte nach Westen zunächst verhindert.

Keine sibirische Kälte, dafür Schnee in Anmarsch

Statt eiskalte sibirische Luft aus Russland erreicht Deutschland aktuell nur mäßig kalte Luft. Ein deutliches Temperaturgefälle bleibt bestehen: Der Osten ist spürbar kälter als der Westen, bewegt sich aber weiterhin fernab der zweistelligen Minusgrade, die in Osteuropa herrschen.

Lesen Sie auch: Mit sauberem Wasser durch den Frost – so helfen Sie Vögeln

Winterlich bleibt es trotzdem. Es strömt kalte Luft aus dem Raum Grönland nach Süden. Diese erreicht zunächst den Mittelmeerraum, bevor sie über Italien und die Alpen nach Mitteleuropa gelenkt wird. Genau diese Route sorgt dafür, dass am Wochenende die Chance auf Schnee besteht.

Wie es danach weitergeht, hängt stark von der Entwicklung des Tiefs über dem Atlantik ab. Entscheidend ist, wie intensiv es sich ausprägt und wie schnell es an Kraft verliert. Sollte der Einfluss nachlassen, könnte sich das Gleichgewicht verschieben. Der Weg für deutlich kältere Luft aus Russland wäre somit offen.