Magdeburg l Einmal noch das Meer sehen. Oder ein Spiel des Lieblingsvereins erleben. Vielleicht einfach auch nur den Geburtstag daheim bei den Liebsten feiern. Das sind Wünsche von Sterbenskranken am Ende ihres Lebensweges. Diese zu erfüllen, hilft der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) mit seiner Aktion „Wünschewagen - Wünsche wagen“. Ab dem Sommer soll ein für die Sondereinsätze speziell hergerichteter Krankentransporter auf Achse gehen, um die letzten Träume wahr werden zu lassen.

„Im Moment sind wir noch bei den Vorbereitungen, aber natürlich fiebern wir alle dem Moment entgegen, an dem der Wünschewagen endlich vor der Tür steht und es losgehen kann“, erklärt Luisa Garthof, die das Projekt unter Federführung des ASB Magdeburg koordiniert. „Es ist in meinen Augen eine großartige Sache, letzte Herzenswünsche von schwerkranken Menschen wahr werden zu lassen und ihnen so ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“

Erfahrungen aus anderen Bundesländern

Dabei kann die Magdeburger Projektleiterin auf die Erfahrungen anderen Regionalverbänden des ASB zurückreifen, denn der allererste Wünschewagen wurde bereits im September 2014 in Saarbrücken in Betrieb genommen. Inzwischen sind bundesweit schon mehr als ein Dutzend „Traumerfüller auf vier Rädern“ unterwegs. So wurden bereits etliche Fahrten ans Meer, Zoo- oder Konzertbesuche organisiert. Für die schwer an Krebs erkrankte Andrea Schäfer aus Münster ging sogar der Traum in Erfüllung, die Schauspieler Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz, Haupdarsteller des Filmes „Der geilste Tag“, zu treffen.

Die Nachfrage nach solchen Erlebnissen ist groß, weiß Luisa Garthof. „Oft ist es der riesige logistische Aufwand oder der liegende Transport, der es Angehörigen unmöglich macht, den letzten Wunsch ihrer todkranken Familienmitglieder selbst zu erfüllen.“ Eine Rundum-Verglasung für einen Panoramablick auf die Umgebung zählt genauso zum Konzept des Krankentransporters wie Platz für eine Begleitung und die obligatorische medizinische und pflegerische Betreuung. Blaue und weiße LED-Lämpchen strahlen wie Sterne an den Wänden und der Decke, denn Vorbild für das Design ist das Sternbild des großen Wagens. Das Wageninnere ist bewusst so gestaltet, dass es möglichst wenig an einen „normalen“ Krankentransport erinnert. Das heißt, dass auch fast alle notfallmedizinischen Geräte in Einbauschränken versteckt sind. Garthof: „Der Patient soll wenigstens für ein paar Stunden nicht direkt mit seiner Krankheit konfrontiert werden.“

Unterstützung gesucht

Doch noch ist es nicht so weit, dass in Sachsen-Anhalt der mobile Wünsche-Erfüller, der wegen der speziellen Anforderungen seinen Preis hat (ca. 100.000 Euro), auf die Piste gehen kann. Das Projekt, das ausschließlich aus Spenden- und Sponsorenmitteln sowie Mitgliedsbeiträgen finanziert und von Freiwilligen gestemmt wird, braucht Unterstützung – sowohl finanzieller und materieller als auch personeller Art. Luisa Garthof dazu: „Wir suchen derzeit dringend ehrenamtliche Mitarbeiter aus dem medizinischen Bereich.“ Diese würden vor den Einsätzen entsprechend geschult. Außerdem sind Spenden willkommen.

Wunschanfragen, Spendemöglichkeiten mit Kontodaten sowie Informationen zum Projekt oder zum ehrenamtlichen Engagement gibt es auf www.wuenschewagen.de, www.asb-magdeburg.de