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Zahl der Patentanmeldungen in Sachsen-Anhalt gesunken

Die Zahl der Patentanmeldungen gingen im vergangenen Jahr bundesweit zurück. In Sachsen-Anhalt setzt sich somit der Trend der vergangenen Jahre fort.

Von dpa
Ein Schild prangt am Haupteingang des deutschen Patentamtes.
Ein Schild prangt am Haupteingang des deutschen Patentamtes. Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

Halle - Die Zahl der Patentanmeldungen ist in Sachsen-Anhalt weiter gesunken. Im vergangenen Jahr habe es lediglich 161 solcher Anmeldungen gegeben, teilte das Deutsche Patent- und Markenamt in München mit. 2019 wurden noch 193 Patente aus Sachsen-Anhalt eingereicht. 2018 waren es 205 Anmeldungen.

Nur in Mecklenburg-Vorpommern (107) und in Bremen (122) seien 2020 laut Patentamt weniger gemeldet worden. Mit sieben Anmeldungen pro 100.000 Einwohner belegt Sachsen-Anhalt gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern im Bundesvergleich den letzten Rang. Spitzenreiter sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen ist Baden-Württemberg mit rund 13.700 Anmeldungen. Insgesamt ging die Zahl der bundesweiten Anmeldungen um knapp acht Prozent auf rund 62.100 zurück.

Die geringe Zahl der Patentanmeldungen in Sachsen-Anhalt sage wenig über die Innovationskraft der Wirtschaft aus, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Sie habe auch strukturelle Gründe: „Wenn Konzerne an ihren Standorten in Sachsen-Anhalt etwas entwickeln und zur Patentierung anmelden, wird das Patent dem Stammsitz des Unternehmens angerechnet, der sich zumeist außerhalb Sachsen-Anhalts befindet“, so der Sprecher.

Gleiches gelte für die großen außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes, beispielsweise die Fraunhofer-Gesellschaft. Die dort entwickelten Patente würden am Stammsitz in München angemeldet, erklärte der Ministeriumssprecher.

Außerdem entscheiden sich nach Aussage des Sprechers immer mehr Unternehmen gegen eine Patentanmeldung. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sei die Anmeldung nicht nur eine bürokratische, sondern auch eine finanzielle Herausforderung, zumal Entwicklungen im Zweifelsfall auch international geschützt werden müssten.