Kleine Spargel-Fibel

Der Spargel war schon in der Antike bekannt und beliebt. Das belegen zum Beispiel Wandmalereien in ägyptischen Königsgräbern.

Zuerst genutzt wurde der Asparagus officinalis L. als Heilpflanze, später als Gemüse.

Anfang des 20. Jahrhunderts begann die systematische Spargelzucht.

In Deutschland nahmen sich vor rund 100 Jahren Gärtner der Spargelzucht an. So entstandt in Niedersachsen die Sorten „Violetter Holländischer“ und „Ruhm von Braunschweig“.

Bekannte Spargelzüchter waren Johannes Böttner d. Ä. und Schlossgartenmeister Unselt, der in Schwetzingen (Baden-Württemberg) mit der Zucht begann.

Dipl. agr. August Huchel aus Osterburg erkannte, welche neuen Möglichkeiten ein gezielter Abbau bietet. Er begann in der Altmark, Qualität und Ertrag zu analysieren. Ab 1926 untersuchte er an 1500 Spargelpflanzen der Sorte „Ruhm von Braunschweig“ den Ertrag.

Am 12. August 1929 wurde Huchel Leiter der Deutschen Spargelzuchtgesellschaft Osterburg/Altmark.

Osterburg l Osterburg hat es mit dem Spargel. Kein Wunder, kommt doch mit August Huchel (1889-1963) einer der erklärten Spargel-Experten Deutschlands aus der Altmark-Stadt. Doch, dass der Ort so etwas wie die Wiege der modernen Spargelzucht ist, weiß außerhalb des Landkreises Stendal kaum jemand. Doch das soll in diesem Jahr anders werden.

Ein Denkmal für die weißen Stangen muss her, waren sich die neun Mitglieder (CDU, Linke und ein Parteiloser) des Ortschaftsrates einig und beschlossen, dass ein paar tausend Euro lockergemacht werden, um dem Edelgemüse den Ruhm zukommen zu lassen, der ihm gebührt. Damit die Altmark nicht nur auf Salzwedeler Baumkuchen und aussterbende Dörfer reduziert wird.

Erste Schritte eingeleitet

Vater der Idee ist Thorsten Schulz, Chef des örtlichen Wirtschafts-Interessenrings. Und die ersten Schritte Richtung „Heil, Asparagus!“ sind schon gegangen. Eine Osterburger Delegation hat sich schon intensiv bei einem Kunstgießer bei Berlin umgesehen.

„Wir haben klare Vorstellungen, wie das Denkmal aussehen soll“, sagt Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose (CDU). Uns schwebt eine typische Spargelplatte vor – 60 Zentimeter lang und mit 40 Zentimeter langen Stangen darauf auf einem Granitsockel.“ An den Seiten könnten Inschriften etwas über den „Spargel-Vater“ Huchel erzählen.

Blick nach Polen

Er kenne natürlich die süffisanten Bemerkungen, die die Form der Spargelstangen auslösen können. Darum wolle man sie liegend dargestellt und nicht wie im nordrhein-westfälischen Liesborn einen dicken, aufrechtstehenden Spargelkopf.

Erste Absprachen hat es mit Kunstgießer Hann gegeben. Doch zwei Fragen seien noch offen. „Wir haben zwei Daten zur Auswahl, wo wir das Osterburger Spargeldenkmal enthüllen könnten“, sagt der Ortsbürgermeister. „Beide noch in diesem Jahr. Ein Termin ist im August, wo vor 90 Jahren die erste Deutsche Spargelzuchtgesellschaft in Osterburg gegründet wurde oder der 130. Geburtstag von Huchel im Oktober.“

Doch das sei die erste Hürde. „Der Künstler, der bereits für Werben (Landkreis Stendal) das Denkmal Albrechts des Bären, das zu DDR-Zeiten verschwunden ist, geschaffen hat, ist mit Aufträgen zugeschüttet.“ Möglicherweise könne man den Spargel „dazwischenschieben“, so die Auskunft des Gießers.

Noch schwerwiegender dürfte allerdings die Geldfrage sein. 6000 Euro soll die Spargelplatte kosten. Doch da sei das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen, so Gose. „Nachdem wir das Angebot nach Osterburg mitgebracht haben, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir wohl nachverhandeln müssen.“ Der Chef des Wirtschaftsinteressenrings habe angemerkt, dass das „so üblich“ sei. „Ohne Sponsoren ist das Ganze sowieso nicht zu stemmen“, sagt der Ortsbürgermeister. Im Gegenzug würden wir die Geldgeber am Denkmalssockel verewigen.“

Keine „Spargelstadt“

Doch es gibt noch eine zweite Möglichkeit. In Osterburgs polnischer Partnerstadt Wieluń gibt es einige Bronzestatuen, die ein Künstler, der aber nicht mehr in der Stadt der Woiwodschaft Łódź lebt, geschaffen hat. Frank Hoche, der Leiter des Osterburger Kreismuseums, wird demnächst Kontakt mit ihm aufnehmen, um den Mann von der Spargel-Idee zu begeistern.

Bürgermeister Gose hofft, dass das Spargel-Projekt nicht so ausgeht, wie vor 20 Jahren sein Vorstoß, Osterburg mit dem Namensvorsatz „Spargelstadt“ zu verzieren. Das ging in die Hose, weil sich die Stadtratsparteien nicht grün waren – selbst in solchen Fragen nicht.