Übergriff

Zweifel an Vergewaltigung einer 13-Jährigen

Staatsanwaltschaft Halberstadt ermittelt gegen Jugendliche wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer 13-Jährigen. Doch es gibt Zweifel.

Von Dennis Lotzmann

Thale/Halberstadt l Nach den Vergewaltigungsvorwürfen, die eine 13-Jährige aus Thale (Harz-Kreis) gegenüber drei minderjährigen Flüchtlingen erhoben hat, laufen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft auf Hochtouren. Die Behörden halten sich mit Blick auf das Alter der Beteiligten und die laufenden Ermittlungen mit Details zurück. Der Halberstädter Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck bestätigte lediglich Ermittlungen gegen drei Verdächtige. Nach Informationen der Volksstimme scheint die Beweislage für die Darstellung der 13-Jährigen dünn zu sein.

Die Evangelische Stiftung Neinstedt teilte als Einrichtungsbetreiber mit, erstmals am 1. September von entsprechenden Vorwürfen gehört zu haben. Es sei um einen Vorfall gegangen, bei dem ein junges Mädchen aus Thale durch jugendliche Bewohner zu Schaden gekommen sein soll. "Ungeachtet des Ergebnisses der Ermittlungen ist dem betroffenen Mädchen psychisch ein großer Schaden entstanden. Unser großes Mitgefühl ist auf Seiten des Mädchens, ihrer Eltern und Mitschüler."

Die Teenagerin hatte behauptet, von den drei Altersgenossen, die in einer Stiftung in Thale untergebracht sind, vergewaltigt worden zu sein. Die 13-Jährige war mehrfach zu Besuch in der Stiftung, alle Jugendlichen besuchten bislang gemeinsam eine Schule. Die Stiftungsleitung schaltete die Polizei ein, die die Jugendlichen zunächst festnahm.

Die Tatsache, dass das Trio inzwischen wieder auf freiem Fuß ist und kein Haftantrag gestellt worden ist, deutet aus Sicht von Juristen auf eine dünne Beweislage hin. Zudem soll es keine für Vergewaltigungen typische Verletzungen geben. Ungeachtet der Ermittlungen sieht sich die evangelische Stiftung in Neinstedt in sozialen Netzwerken massiven Hasstiraden und Aufrufen zur Gewalt ausgesetzt.