Magdeburg/Bad Kreuznach l Das Schicksal von Werner Gröbke lässt Gunter Lauser keine Ruhe. Als Mitglied der Fliegerhistorischen Arbeitsgruppe in Krichheim/Teck sucht der Hobbyhistoriker seit vielen Jahren nach Hinweisen, wo der im Zweiten Weltkrieg verunglückte Unteroffizier aus dem Magdeburger Stadtteil Olvenstedt verblieben sein könnte.

Nach Lausers Recherche wurde die Messerschmitt 109 K-4 am 17. April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, bei Bad Kreuznach abgeschossen. Eigentlich galt der Krieg für Deutschland zu dem Zeitpunkt bereits verloren, deshalb war für den 17. März die Rückverlegung der Gruppen nach Kirrlach bei Mannheim vorgesehen, berichtet Lauser. Doch zuvor erhielten die deutschen Jagdflieger noch den Auftrag, einen im Raum Bad Kreuznachherumfliegenden Artilleriebeobachter der Amerikaner anzugreifen.

Auch Werner Gröbke gehörte zu den Jagdfliegern, es sollte sein letzter Einsatz werden. Denn amerikanische Panzer, die westlich von Bad Kreuznach auf einem Feld in der Nähe der Lohrer Höfe standen, beschossen den Flieger Gröbkes. Dieser stürzte in die bewaldete Höhe der Hardt. Doch danach blieb jede Spur verschwunden. Zwar hatte ein Historiker in den 1970er Jahren Teile der Messerschmitt finden können, aber keinen Hinweis auf den Flugzeugführer.

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„Gut möglich, dass der Gefallene damals von den Amerikanern geborgen und in unmittelbarer Nähe der Absturzstelle anonym begraben wurde“, erklärt Lauser. Sein Aufruf in einer Tageszeitung in Bad Kreuznach auf Hinweise zum Absturz blieb ergebnislos.

Auch in Magdeburg hat Lauser bereits versucht Näheres zur Familie Gröbke herauszufinden. Seine Recherche im Standesamt ergab, dass seine Eltern der Schlosser Karl Hermann Gröbke, geboren am 15.6.1898 in Magdeburg Olvenstedt, und Else Gröbke, geb. Meyer, geboren am 9.11.1896 in Olvenstedt, gewesen sind und in der Mittagstraße 7 wohnten. Else Gröbke, die Mutter von Werner, starb schon 1944. Sein Vater Karl-Heinz heiratete daraufhin mit Erika Martha Gröbke, geborene Klose. Im Sterberegister wurde kein Eintrag bis 1959 zu Werner Gröbke verzeichnet.