Magdeburg (dpa) - Keine Konstanz, nur sieben Punkte Vorsprung vor der Abstiegszone: Die Bosse des Fußball-Drittligisten 1. FC Magdeburg haben kurz vor Weihnachten auf die sportliche Stagnation reagiert und sich von Trainer Stefan Krämer getrennt. Am Sonntagabend wurde der erst im Sommer nach dem Abstieg aus der 2. Liga geholte Coach nach 20 Spielen und auf Platz zwölf liegend von seinen Aufgaben entbunden.

"In der Analyse der großen Leistungsschwankungen unserer Mannschaft in der Vorrunde sehen wir unsere Entwicklungsziele gefährdet", sagte Manager Mario Kallnik. Krämer hatte mit dem FCM 27 Punkte geholt, allein neunmal Unentschieden gespielt. Allerdings gelang dem Team unter dem 52-Jährigen nie eine Erfolgsserie, zwei Siege hintereinander waren das Maximum.

So hatte es auch am Samstag in einem denkwürdigen Spiel bei Eintracht Braunschweig ein 2:2 gegeben. Wobei Magdeburg beim Ex-Erstligisten mit dem Punkt gut bedient war. "Die paar Tage Weihnachtsurlaub brauche ich jetzt auch wirklich", hatte Krämer nach dem Spiel bei "MagentaSport" gesagt. Nun hat der frühere Trainer von Arminia Bielefeld, RW Erfurt und KFC Uerdingen wohl deutlich länger frei.

In Braunschweig hatte FCM-Profi Sirlord Conteh nach 30 Minuten die Rote Karte wegen Nachtretens gesehen, kurz nach der Pause verwandelte Marc Pfitzner (49.) einen Foulelfmeter zur Braunschweiger Führung. Dann schlug der FCM durch Christian Becks (50.) tollen Heber direkt zurück - und es wurde wild. Der Magdeburger Thore Jacobsen (51.) sah nach einem Foul die Rote Karte, Braunschweigs Pfitzner in derselben Szene wegen Meckerns Gelb-Rot. Dann ging's fußballerisch weiter. Benjamin Kessel (70.) köpfte die Eintracht in Führung. Doch Björn Rother (72.) glich sofort wieder aus. Letztlich offenbar zu wenig für den FCM, um mit Krämer weiterzuarbeiten.

Dabei war der frühere Europapokalsieger keinesfalls mit dem Ziel des sofortigen Wiederaufstiegs in die Saison gegangen. Vielmehr war öffentlich kommuniziert worden, dass man über zwei bis drei Jahre eine Mannschaft aufbauen wolle. Dabei hatte man auch auf das Schicksal der Zweitliga-Absteiger der vergangenen Jahre verwiesen, die sich immer schwer getan hatten. Doch offenbar traute man Krämer eine langfristig positive Entwicklung nun nicht mehr zu.

Mitteilung des FCM