Halle (dpa/sa) - Die Ausstellung "Das Comeback" stößt auf großes Interesse. Nach Angaben des Kunstmuseums Moritzburg sind rund 10 000 Besucher aus dem In- und Ausland seit der Eröffnung der Schau vor einem Monat nach Halle gekommen. "Ich freue mich sehr, dass sich die gewaltigen Anstrengungen meines Teams im Vorfeld dieser überaus aufwenigen Ausstellung gelohnt haben", sagte Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich. Auch Führungen und Begleitveranstaltungen seien sehr stark nachgefragt.

In der Schau, die aus Anlass des Bauhausjubiläums gestaltet wurde, sind rund 350 Meisterwerke der klassischen Moderne zu sehen. Darunter sind Arbeiten von Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Kokoschka, Franz Marc und Oskar Schlemmer. Als Höhepunkt gilt die Präsentation von Bildern aus dem berühmten Halle-Zyklus des Bauhauskünstlers Lyonel Feininger.

Beeindruckt, vor allem auch emotional, seien die Besucher des Museums von der Fülle und Qualität der Werke der einstigen Sammlung, wie sie bis 1937 bestand. "Der Parcours durch diesen Teil der Ausstellung mit seinen Durch- und Einblicken ruft immer wieder Erstaunen und Freude hervor", erklärte der Museumschef. Aber auch an den VR-Brillen, mit denen Besucher die Werke virtuell in Echtzeit erleben können, sammeln sich demnach Besucher aller Altersgruppen. Täglich seien mehrere Reisegruppen und Schulklassen im Haus, sehr viele Einzelbesucher und auch Gäste, die sich die Schau nochmals ansehen wollen.

Das Museum besaß nach eigenen Angaben bis in die 1930er Jahre eine der bedeutendsten Sammlungen für zeitgenössische Kunst, die klassische Moderne. Dazu gehörten Werke des Expressionismus und Konstruktivismus. In der Moritzburg hatte Feininger auch ein Atelier und hat dort seine berühmten Halle-Bilder gemalt mit Motiven wie dem Dom und der Marktkirche.

Nach der Machtergreifung der Nazis wurde die Sammlung des Museums als "Entartete Kunst" zerstört. Insgesamt 147 Kunstwerke gingen laut Museum verloren. Mit der Ausstellung werden nun 40 der Arbeiten wieder zusammen gezeigt - daher der Titel der Schau "Das Comeback". Die Werke stammen von internationalen Leihgebern wie aus den USA und Japan und aus eigenem Bestand, mit Arbeiten, die vom Museum im Laufe der Jahre wieder erworben werden konnten. Die Schau dauert bis 12. Januar.

Ausstellung "Das Comeback"