Wittenberg (dpa/sa) - 16 Wochen Schließzeit, verkürzte Öffnungszeiten, kaum Gruppen- und Auslandstourismus: Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt mit ihren fünf Museen hat im vergangenen Jahr einen Besuchereinbruch um 60 Prozent erlitten. Nach etwa 118 000 Besuchern im Jahr 2019 seien im Corona-Jahr nur noch rund 47 000 gekommen, erklärte eine Sprecherin der Stiftung am Dienstag in Wittenberg.

Für 2021 sei eine neue Ausstellung mit dem Titel "Pest. Eine Seuche verändert die Welt" in Wittenberg geplant. Sie solle vom 20. August an zeigen, wie die Pest im Zusammenspiel mit anderen Seuchen Antrieb für tiefgreifende Veränderungen in Medizin, Gesellschaft und Religion war und wie sie die Zeit der Reformation prägte.

Die Mitmachausstellung "Raus mit der Sprache!" im Museum Luthers Sterbehaus in Eisleben hatte nach vier Wochen wieder schließen müssen. Sie bleibe aber ein wichtiges Angebot der Stiftung und werde bis zum 31. Oktober 2022 zu sehen sein, hieß es weiter. Die Ausstellung lädt Kinder, Jugendliche und Familien dazu ein, Sprache spielerisch und interaktiv zu erkunden und bewusster einzusetzen.

Zudem sind mehrere neue Angebote für Kinder und Erwachsene in den Häusern der Stiftung geplant. Dazu gehören eine kulinarische Erlebnisführung durch das Lutherhaus, ein neuer Mittelalterraum in Wittenberg, in dem ein Thronsaal nachempfunden werde, sowie Hochbeete nach historischem Vorbild in Mansfeld in Luthers Elternhaus.