Magdeburg (dpa/sa) - Vor dem Treffen der CDU zum Fall des unter Neonazi-Verdacht stehenden Kreisvorstandsmitglieds Robert Möritz haben sich Vertreter aus der Basis deutlich gegen den Mann positioniert. "Wer die frühere Nähe zum Rechtsextremismus zunächst leugnet, erst auf öffentlichen Druck den Verein Uniter verlässt, hat den nötigen Abstand zu früheren Positionen außerhalb unserer Verfassungsordnung nicht erlangt", heißt es in einer Mitteilung aus dem CDU-Kreisverband Burgenlandkreis.

Zu den 18 Unterzeichnern gehören der dortige Landrat Götz Ulrich, Vize-Kreisparteichefin Jana Schumann sowie der Chef der CDU-Fraktion im Kreistag, Jörg Riemer. Die "Brandmauer" nach rechts müsse gehalten werden, hieß es weiter. "Und niemand braucht sich dafür zu rechtfertigen oder gar zu entschuldigen, wenn er diese Brandmauer einfordert!" Zuvor hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Kees de Vries gefordert, Möritz müsse seinen Beisitzerposten im Kreisvorstand ruhen lassen. De Vries ist wie Möritz in der Kreis-CDU Anhalt-Bitterfeld.

Die CDU-Spitze trifft sich am Donnerstagabend in Magdeburg mit den Kreischefs, um den Fall aufzuarbeiten. Möritz hatte vor einer Woche nach Enthüllungen eingeräumt, vor Jahren bei einer Neonazi-Demo als Ordner dabei gewesen zu sein. Zudem war er zu diesem Zeitpunkt noch Mitglied im unter Rechtsextremismus-Verdacht stehenden Verein Uniter und trägt ein bei Neonazis beliebtes Motiv als Tattoo.

Laut Kreis-CDU distanzierte Möritz sich glaubhaft von der Neonazi-Szene. Das Gremium entschied, ihn im Vorstand zu belassen. Das sorgt seither für Kritik, auch in der Union. Viele bezweifeln, dass die Abkehr von der Szene glaubhaft ist.

Der MDR berichtet unterdessen von weiteren Kontakten Möritz' in die rechtsextreme Szene. Dem Magazin "Exakt" lägen Aufnahmen aus dem Jahr 2014 vor, die den heute 29-Jährigen mit Mitgliedern der aus Halle stammenden Neonazi-Band "Barricades" zeigen.