Halberstadt (dpa/sa) - Weil es mehr und besser verteilt geregnet hat, gab es 2020 nur etwa halb so viele Waldbrände wie Jahr zuvor. Zwischen Januar und Dezember 2020 habe es in Sachsen-Anhalt 54 Mal gebrannt, 2019 seien 104 Waldbrände gezählt worden, teilte das Landeszentrum Wald in Halberstadt mit. Es seien knapp 9 Hektar Wald durch die Flammen zerstört worden, 2019 waren es gut 20 Hektar gewesen. "Auch wenn 2020 insgesamt mehr Niederschläge verteilt über die Vegetationszeit gebracht hat, besteht durch die anhaltende Trockenheit der letzten Jahre eine latent höhere Waldbrandgefahr", sagte Forstinspektorin Sarah Keller.

Warum in Wäldern immer wieder Brände ausbrechen, bleibe meist ungeklärt. Von den 54 registrierten Waldbränden habe 27 Mal keine Ursache ermittelt werden können, hieß es. "Weiterhin sind Versehen und Unachtsamkeit sowie Brandstiftung Gründe für Waldbrände", sagte Keller. Oft reiche eine achtlos aus dem Auto geworfene Zigarette, um einen verheerenden Brand zu entfachen. Schilder weisen vielerorts auf die Waldbrandgefahr hin, vor allem an Straßen. Sie zeigen ein rotes Eichhörnchen und die Notrufnummer 112. Dem Landeszentrum Wald zufolge wurden im vergangenen Jahr 150 dieser Warnschilder durch die Betreuungsforstämter neu aufgestellt.

Besonders oft brenne es in den Landkreisen Jerichower Land und Wittenberg, aber auch die Altmark sei stark gefährdet. Das liege an den sehr geringen Jahresniederschlägen in diesen Regionen, den wasserdurchlässigen Sandböden und den leicht entzündbaren Kiefernbeständen. Hier gelte die höchste Waldbrandgefahrenklasse A, die auch das Auftreten von Großbränden nicht ausschließt, hieß es.

Um die Ausbreitung von Waldbränden zu verhindern, seien sogenannte Wundstreifen entlang von Straßen, Bahnstrecken, Park- und Zeltplätzen angelegt worden. Sie seien mehr als einen Meter breit und von allem brennbaren Material befreit, um Bodenfeuer aufzuhalten. 2020 wurden den Angaben zufolge Wundstreifen von insgesamt gut 1300 Kilometern Länge mehrmals im Jahr durch die Behörden bearbeitet.

Auch moderne Technik sei im Einsatz. Mithilfe einer Drohne betreibe das Landeszentrum Wald Nachsorge nach einem Brand. "Mittels Wärmebildkamera werden aus der Luft Glutnester ausfindig gemacht", sagte Keller. Außerdem leiste die Drohne Hilfe bei der Lokalisierung von Waldbränden in schwer zugänglichem Gelände.

Im Harz kontrolliere bei Bedarf ein Waldbrandüberwachungsflugzeug des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen die Wälder. Immer, wenn die höchsten Waldbrandgefahrenstufen vier oder fünf gelten, hebe das Flugzeug zu täglichen Beobachtungsflügen ab. So könnten erste Rauchentwicklungen sehr früh entdeckt werden, hieß es.