Berlin/Magdeburg (dpa/sa) - Ist es vertretbar, trotz Corona Schulen, Restaurants und andere Orte des öffentlichen Lebens noch in diesem Monat wieder öffnen zu lassen? Darüber beraten am Mittwoch (14.00 Uhr) Bund und Länder erneut in einer Telefonschalte. Die Ministerpräsidenten wollen dabei mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) klären, ob die bis zum 19. April laufende Kontaktsperre verlängert oder gelockert wird. Das Magdeburger Kabinett soll den Beschluss aus der Schalte dann am Donnerstag gesetzlich verankern.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) warnte vor der Konferenz vor Alleingängen einzelner Länder, wollte aber regionale Anpassungen nicht ausschließen. "Der Geleitzug von Bund und Länder hat sich bewährt. Eine gemeinsamer Generalkurs sollte weiterhin erkennbar bleiben", sagte der Regierungschef am Dienstag. "Dabei kann es durchaus lagebedingte, regionale und länderspezifische Unterschiede geben." Sachsen-Anhalt ist von dem neuartigen Virus bislang schwächer betroffen als die meisten anderen Länder. Am Vormittag (9.15 Uhr) besucht Haseloff die Uniklinik Magdeburg, um sich ein Bild zu machen und dem Personal für den Einsatz in der Corona-Krise zu danken.

Das bundesweite Kontaktverbot gilt seit 23. März; am 1. April hatten sich Bund und Länder auf eine Verlängerung bis zum 19. April verständigt. Zuletzt hatten sich angesichts relativ stabiler Zahlen bei den Neuinfektionen die Stimmen gemehrt, die nach einer baldigen Lockerung der Regelungen verlangten. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte am Wochenende etwa empfohlen, die Schulen möglichst bald wieder zu öffnen. Haseloff hatte die Empfehlungen der Leopoldina begrüßt, aber vor einer vorschnellen Lockerung gewarnt. "Wir sind noch mitten in der Bekämpfung der Corona-Pandemie und müssen jeden Schritt kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren können", hatte Haseloff am Montag gesagt.