Weißewarte (dpa/sa) - Neugierig schauen Anton und Susi über den Zaun. Endlich ist wieder was los im Wildpark Weißewarte (Einheitsgemeinde Tangerhütte, Landkreis Stendal). Wenn es Futter gibt, kommt das Pärchen sofort heran. Mit den beiden Emus freuen sich rund 400 tierische Bewohner, vom mächtigen Wapiti-Hirsch bis zum winzigen Dengu, wieder auf Besuch. Mehr als fünf Wochen blieb Sachsen-Anhalts größter Wildpark wegen der Corona-Beschränkungen geschlossen. Finanziell sei die Schließung ein Schlag ins Kontor gewesen, sagte der Vorsitzende des Betreibervereins, Fred Stoike.

Keine Einnahmen, aber laufende Kosten für die drei fest angestellten Mitarbeiter, Strom, Wasser und Tierfutter. Geplante Veranstaltungen wie Frühlingsfest oder Flohmarkt fielen aus. Dabei schien die Saison Anfang März mit dem großen Wildpark-Lauf und hunderten Gästen doch so hoffnungsvoll zu beginnen.

Der Verein hatte die Bewirtschaftung da erst von der Kommune übernommen. Querelen des vergangenen Jahres und Sorgen um die Existenz des Parks schienen überwunden. Die Einheitsgemeinde zahlt nun einen festen Zuschuss. Die wirtschaftliche Verantwortung und das Risiko liegen jetzt beim neuen Betreiberverein. Stoike und seine Mitstreiter wussten, dass es kein Kinderspiel wird. Dass es so dicke kommt, konnte jedoch keiner ahnen.

Ans Aufgeben denken sie dennoch nicht. "Wir schmeißen die Flinte nicht ins Korn", sagte Stoike und hofft, dass die vor Wochen beim Land beantragte Soforthilfe endlich fließt. Wie es weitergehe, stehe derzeit in den Sternen. "Ideen gibt es viele", sagte der Vorsitzende des 30-köpfigen Fördervereins, Michael Grupe. Neue Veranstaltungen, Führungen, Nachtwanderungen oder Übernachtungsmöglichkeiten in Zelten sollten weitere Zielgruppen ansprechen.

Grupe hofft, dass mit weiteren Lockerungen der Corona-Beschränkungen das ein oder andere doch noch stattfinden kann. Alles hänge davon ab, was die Bundesregierung demnächst beschließe.

Die Hoffnung teilen offensichtlich auch viele Besucher. Schon an den ersten Tagen der Wiedereröffnung war der Parkplatz gut gefüllt. Familien spazierten durch die weitläufige Anlage. Spielplatz und Streichelgehege sind allerdings weiterhin geschlossen. "Wir achten auch darauf, dass nicht mehr als 100 Gäste gleichzeitig im Park sind", berichtete Stoike. Ansonsten stehe einem Ausflug nichts im Wege. Auf den insgesamt 16 Kilometer langen Wegen des 15 Hektar großen Geländes sei es kein Problem, die Abstandsregelungen einzuhalten.

Das schwarz-rot-grüne Kabinett hatte am Dienstag beschlossen, dass Zoos, Tierparks und Botanische Gärten in Sachsen-Anhalt wieder öffnen können. Viele Einrichtungen machen seit Donnerstag von der Möglichkeit Gebrauch. Tierhäuser, Streichelgehege und Spielplätze bleiben aber geschlossen. Zudem sind die Besucherzahlen begrenzt, damit ausreichend Abstand gehalten werden kann.

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