Magdeburg (dpa/sa) - Umweltministerin Claudia Dalbert hat vor zunehmender illegaler Müllentsorgung in Sachsen-Anhalt gewarnt und bittet Spaziergänger und Jogger um Hilfe. Sie rufe alle Menschen auf, den in den Hecken und am Wegesrand liegenden Kleinmüll beim Spazieren gehen oder Joggen einzusammeln, sagte die Grünen-Politikerin am Samstag. "So tun Sie doppelt Gutes: Die tägliche Runde an der frischen Luft in Coronakrisen-Zeiten dient Ihrer Gesundheit und schützt gleichzeitig Natur und Umwelt". Wer joggen geht, könne sich ein Beispiel am Plogging-Trend aus Schweden nehmen. Dort gehen Menschen mit Mülltüte und Handschuhen laufen und lesen dabei Müll auf, den sie dann zu Hause entsorgen.

"Es liegen Anzeichen dafür vor, dass Abfälle zunehmend illegal in der freien Landschaft entsorgt werden", warnte die Ministerin. "Das ist nicht hinnehmbar." Es schade der Umwelt und binde Personal der Entsorgungsbetriebe. Umweltschutz dürfe auch in der Corona-Krise nicht vernachlässigt werden. Wegen der Pandemie seien an manchen Orten die Wertstoffhöfe geschlossen, um mit dem Personal die Abholung des Haus- und Recyclingmülls sowie des Biomülls stetig zu gewährleisten.

"Das ist kein Grund, den Müll in die freie Landschaft zu kippen, sondern rechtswidriges Verhalten", mahnte die Ministerin. Illegale Müllentsorgung geschehe auf Kosten aller Gebührenzahler und vor allem zulasten der in der Natur lebenden Tiere Pflanzen und auch des Bodens. Sperrmüll oder Grünschnitt sollten die Sachsen-Anhalter für eine spätere Entsorgung aufbewahren. Außerdem bittet Dalbert die Menschen, zu überlegen, ob sie Vorhaben bei denen Abfälle anfallen noch etwas verschieben können.