Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Polizei hat zuletzt etwas weniger Nachwuchs mit Migrationshintergrund gewonnen. Darauf deuten Ergebnisse anonymer und freiwilliger Befragungen von Polizeianwärtern hin. Wie das Innenministerium auf Anfrage mitteilte, gaben etwa vier Prozent der Befragten des jüngsten Einstellungsjahrgangs im März 2019 an, einen Migrationshintergrund zu haben. Beim Einstellungsjahrgang September 2018 waren es knapp sechs Prozent. In den Jahrgängen davor hatte die Zahl seit 2016 stets zwischen sechs und zehn Prozent gelegen.

Als Menschen mit Migrationshintergrund galten bei der Befragung alle, die seit 1955 eingewandert sind oder zwar in Deutschland geboren wurden, aber mindestens ein ausländisches Elternteil haben. Wie hoch ihr Anteil im gesamten Polizeidienst liegt, wird laut Innenministerium nicht erfasst. Auch zur Zahl der Polizisten ohne deutschen Pass gebe es keine Statistik. Der Grünen-Innenexperte Sebastian Striegel forderte bereits wiederholt eine genauere statistische Erfassung, um das von der Regierungskoalition vereinbarte Ziel von mehr Vielfalt im Landesdienst voranzutreiben.

Auch wenn genaue Zahlen fehlen - wie wichtig Beamte mit Migrationshintergrund oder ohne deutschen Pass für die Polizeiarbeit sind, steht für die Verantwortlichen außer Frage. Ihr Einsatz sei überall dort besonders hilfreich, wo es darum gehe, Sprachbarrieren oder kulturellen Besonderheiten zu begegnen. Als Beispiel nannte das Innenministerium den Einsatz auf den Autobahnen. Wegen der zentralen Lage Sachsen-Anhalts seien dort viele Auto- und Lastwagenfahrer aus dem Ausland unterwegs. Bei der Aufnahme von Unfällen oder auch bei Kontrollen seien Polizisten mit besonderen Sprachkenntnissen ein großer Vorteil.

Diese könnten zudem bei ausländischen Bürgern das Vertrauen und das Verständnis für Polizeiarbeit fördern. Ihr Einsatz sei deshalb in jedem Fachbereich wertvoll und hilfreich, hieß es.