Kiel (dpa/lno) - Zollfahnder haben bei Durchsuchungen in Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt ein Untergrundlabor für Dopingmittel im Breitensport entdeckt. Die Ermittlungen richten sich gegen einen 43-Jährigen aus dem Raum Itzehoe und einen 31-Jährigen aus Halle (Saale), wie das Zollfahndungsamt am Freitag in Kiel mitteilte. Die Beamten ermitteln wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Antidopinggesetz im Zusammenhang mit der unerlaubten Herstellung von und dem gewerbsmäßigem Handel mit Dopingmitteln zu Dopingzwecken.

Ende 2019 wurde am Flughafen Frankfurt ein Paket mit einem Kilogramm reinen Testosteronwirkstoff sichergestellt, das den Angaben zufolge an den Schleswig-Holsteiner adressiert war. Bei ihren Ermittlungen seien die Fahnder auf weitere fünf Kilogramm Wirkstoffe zur Herstellung von Dopingmitteln und zwei Pakete mit 500 Ampullen gestoßen. Die Pakete seien an zwei weitere Personen adressiert gewesen.

Im Zuge der teilweise auch verdeckten Ermittlungen stießen die Beamten auf die Spur des 31-Jährigen aus Halle. Er gilt laut Zoll als Hauptbeschuldigter. Der Mann habe die Dopingmittel vermutlich in China bestellt und gelte als Betreiber des Labels "King Pharm". In Sachsen-Anhalt wurden die Dopingmittel demzufolge auch hergestellt.

Mitte September stellten die Beamten bei Durchsuchungen in Halle und Schleswig-Holstein neben dem Untergrundlabor mehr als zehn Kilogramm verschiedene Arznei- beziehungsweise Dopingmittelwirkstoffe sicher. Gefunden worden seien auch eine professionelle Maschine zur Produktion von Tabletten und diverse weitere Materialien.