Magdeburg (dpa/sa) - Die DGB-Jugend fordert eine Verbesserung der Bedingungen für Auszubildende in Sachsen-Anhalt - und pocht weiter auf das Azubi-Ticket. Laut einem am Donnerstag in Magdeburg vorgestellten Ausbildungsreport, für den 1225 Azubis befragt wurden, sind 66 Prozent mit ihrer Ausbildung insgesamt zufrieden oder sehr zufrieden, bundesweit seien es rund 70 Prozent. Jeder dritte Ausbildungsvertrag werde in Sachsen-Anhalt vorzeitig gelöst, im Handwerk liege die Quote mit 43 Prozent besonders hoch. Die Vergütung und die Qualität der Ausbildung spielten oft eine Rolle.

Das böse Erwachen komme oft auch mit dem Weg zur Berufsschule, sagte Landesjugendsekretär Fabian Pfister in Magdeburg. Vielen sei vorher oft nicht klar, welche Berufsschule sie besuchen würden und dass die Fahrtkosten einen Großteil der Ausbildungsvergütung aufbrauchen. Schon seit längerer Zeit fordern Kammern, Arbeitgeber und Gewerkschafter ein günstiges ÖPNV-Ticket für Auszubildende. In vielen Ländern gibt es das schon. In Sachsen-Anhalt ist es Gegenstand der Verhandlungen über den Doppelhaushalt 2020/21.

Die Befragung der Auszubildenden ergab laut der DGB-Jugend zudem, dass 31,5 Prozent der Befragten ihren Angaben zufolge keinen betrieblichen Ausbildungsplan haben, obwohl der vorgeschrieben ist. Zudem machten mehr als 30 Prozent der Azubis regelmäßig Überstunden. Im dritten Ausbildungsjahr hätten 47 Prozent der Befragten nicht gewusst, ob sie im Ausbildungsbetrieb übernommen werden. Nur etwa die Hälfte der Azubis fühle sich in der Ausbildung gezielt für die Nutzung digitaler Technologien qualifiziert.