Magdeburg (dpa/sa) - Männer haben in Sachsen-Anhalts Verwaltung nach wie vor mehr Führungspositionen inne und werden häufiger befördert als die Kolleginnen. Nur jede dritte Abteilung der obersten Landesbehörden sei 2019 von einer Frau geleitet worden, heißt es im Frauenförderbericht des Justizministeriums, mit dem sich am Dienstag das Kabinett befasste. Immerhin stieg der Frauenanteil in den Führungspositionen zwischen 2014 und 2019 demnach um 17,1 Prozentpunkte.

Der Aufstieg der Frauen in der Verwaltung verliert jedoch an Fahrt: So kamen Ende 2019 Frauen nur bei 46,5 Prozent der Beförderungen und Höhergruppierungen zum Zuge. "Dies ist im Vergleich zum Jahr 2014 ein Rückgang um 12,9 Prozentpunkte und mit Blick auf den dauerhaft niedrigen Frauenanteil an Referatsleitungen höchst kritisch zu bewerten", heißt es in dem Bericht. Frauen würden in den Behörden noch immer strukturell benachteiligt.

"Wir kommen bei der Frauenförderung voran, keine Frage", sagte Gleichstellungsministerin Anne-Marie Keding (CDU) am Dienstag. Die Fortschritte dürften aber "kein Ruhekissen" sein. "Ziel der Frauenförderpolitik muss es sein, in den Leitungsfunktionen der öffentlichen Verwaltung einen Frauenanteil von 50 Prozent zu erreichen." Davon sei das Land noch weit entfernt.

"Frauen spielen in der öffentlichen Verwaltung eine wichtige Rolle. Das sollte sich aber auch in den Führungspositionen widerspiegeln", forderte die Ministerin. Die schwarz-rot-grüne Landesregierung hatte Im Koalitionsvertrag das Ziel verankert, dass gleichviele Frauen und Männer Führungspositionen bekleiden sollen.