Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Linke will bei der Landtagswahl im kommenden Sommer zweitstärkste Kraft werden und schließt eine Minderheitsregierung mit SPD und Grünen nicht aus. Seine Partei kämpfe für Mehrheiten, sagte Linken-Landeschef Stefan Gebhardt in einem Interview der "Magdeburger Volksstimme" (Dienstag). Sie strebe daher kein Minderheitsbündnis an, er selbst schließe es aber auch nicht kategorisch aus. "Wir erleben ja gerade, dass das in Thüringen gar nicht so schlecht funktioniert", sagte Gebhardt dem Blatt. "Aber Thüringen ist Thüringen. Und Sachsen-Anhalt ist Sachsen-Anhalt."

Der 46 Jahre alte Landtagsabgeordnete aus Hettstedt (Mansfeld-Südharz) führt die Landes-Linke seit Sommer 2019. Direkt zu seiner Kür stimmte er seine Partei auf ein rot-rot-grünes Bündnis ein. Dafür hätte es 2016 nicht gereicht, auch in Umfragen gab es für diese Konstellation zuletzt keine Mehrheit. Fraglich ist zudem, ob beide möglichen Partner mitspielen. Derzeit regieren SPD und Grüne mit der CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff. Die Schnittmengen mit der Linken seien für SPD und Grüne größer als mit den Christdemokraten, sagte Gebhardt der "Volksstimme" weiter.

Bei der vorigen Landtagswahl im März 2016 waren die Linken mit knapp 17 Prozent der Zweitstimmen hinter CDU (rund 30 Prozent) und AfD (fast 25 Prozent) auf Platz drei gelandet. Wenn in Sachsen-Anhalt am 6. Juni 2021 ein neues Parlament gewählt wird, will die Linke mit Spitzenkandidatin und Fraktionschefin Eva von Angern mindestens 20 Prozent holen und mindestens zweitstärkste Kraft werden, so Gebhardt.