Magdeburg (dpa) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen-Anhalt hat sich einer Erklärung für eine demokratische Bildungsarbeit angeschlossen. Der Landesvorstand habe einstimmig entschieden, die "Weimarer Erklärung" zu unterzeichnen, teilte die Gewerkschaft am Freitag mit. "Die jüngsten Ereignisse in Thüringen haben noch einmal deutlich gemacht, wie weit der demokratische Konsens an einigen Stellen schon erodiert ist", sagte GEW-Landeschefin Eva Gerth. Diesen Entwicklungen müsse mit konsequenter demokratischer Bildung und Erziehung begegnet werden. "Die GEW als wichtiger Akteur in der Bildung stellt sich mit der Unterzeichnung ohne Kompromisse auf die Seite von Demokratie, Pluralismus und Rechtsstaatlichkeit."

Akteure der Thüringer Wissenschaft, Kultur und politischer Bildung hatten die Erklärung im Oktober vorigen Jahres, wenige Tage vor der Landtagswahl, abgegeben. Darin wehren sich die Zeichner gegen die Forderung eines Neutralitätsgebots der politischen Bildung. "Die Demokratie beruht auf der Achtung der Menschenrechte, Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit", heißt es in der Erklärung. Diesen Grundlagen könne eine demokratische Bildungsarbeit nicht neutral gegenüberstehen. "Vielmehr ist es die Aufgabe von Bildung in der Demokratie, für demokratische Grundwerte einzutreten".

Zu den Unterstützern zählen unter anderem die Klassik Stiftung Weimar, die Bauhaus-Universität Weimar sowie Privatpersonen und Institutionen auch aus Thüringen und anderen Bundesländern.

Weimarer Erklärung