Magdeburg (dpa/sa) - Einzelhändler und Gastronomen in Magdeburg halten die angekündigten Beschränkungen gegen eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus für notwendig und folgerichtig. Wenn die Behörden Schließungen anordnen oder den Betrieb einschränken, griffen auch Schutzmaßnahmen, sagte der Sprecher der Interessengemeinschaft Innenstadt, Arno Frommhagen, der Deutschen Presse-Agentur. In dem Verein haben sich viele Händler und Gastronomen in der ganzen Stadt zusammengeschlossen. Ein Teil der Gastronomen und Einzelhändler sei gegen solche Ausfälle versichert.

Zudem rate die IG Innenstadt ihren Mitgliedern, bei den Vermietern Mietnachlässe zu verhandeln und alle Beschäftigten zu behalten. "Wir warnen vor Entlassungen, sondern raten dazu, Kurzarbeitergeld zu beantragen", sagte Frommhagen. Aufgrund der jüngst beschlossenen Regelungen übernehme der Staat alle anfallenden Sozialabgaben.

Gerade Gastronomen seien schon in den vergangenen Wochen ins Schlingern gekommen, sagte Frommhagen. Das Geschäft mit Veranstaltungen sei wegen der vielen Absagen eingebrochen. Doch auch Restaurants, Cafés und Bars hätten mit sinkenden Gästezahlen und Umsatzeinbußen zu kämpfen. Es sei hilfreich, dass die Finanzämter Erleichterungen bei der Steuer gewähren werden.

Auch die Kunden könnten sich solidarisch zeigen, sagte Frommhagen. So könnten Sachsen-Anhalter zunächst darauf verzichten, Geld für ausgefallene Kulturveranstaltungen zurückzuverlangen und ein Guthaben bei den Veranstaltern ansparen. "Wichtig ist, dass wir jetzt alle gesund bleiben und bei klarem Verstand", sagte Frommhagen.

Zunächst greifen von Mittwoch an starke Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Landesregierung hat verordnet, dass zahlreiche Sportstätten, Kultureinrichtungen, Kneipen und Einkaufsläden geschlossen werden. Veranstaltungen mit mehr als 50 Menschen sind verboten. Damit soll die Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 eingedämmt werden.