Halle (dpa/sa) - In Halle ist die erste Waffenverbotszone in Sachsen-Anhalt errichtet worden. Seit Mittwoch dürften auf dem Riebeckplatz und angrenzenden Gebieten keine Waffen und Messer mit fester, mehr als vier Zentimeter langer Klinge getragen werden, teilte die Polizei mit. Als Waffen gelten alle Gegenstände im Sinne des Waffengesetzes, etwa Schusswaffen oder Schlagstöcke. Laut Innenministerium ist das Ziel der neuen Regelung, gewalttätigen Konflikten mit Waffen entgegenzuwirken. In der Waffenverbotszone kann die Polizei verdachtsunabhängige Kontrollen vornehmen. Verstöße könnten bis zu 10.000 Euro kosten.

Im benachbarten Leipzig gilt seit November 2018 eine Waffenverbotszone auf der Eisenbahnstraße und angrenzenden Straßen. Das Verbot stieß immer wieder auf Kritik. Unter anderem wird die Wirkung der Zone in Frage gestellt und kritisiert, dass die Polizei ihre Befugnisse dadurch ausweitet.

Das Gebiet in Halle umfasst neben dem Riebeckplatz unweit des Hauptbahnhofes auch einen Teil der Leipziger Straße sowie angrenzende Freiflächen. Die Zone ist für Passanten mit gelben Schildern und Hinweisen kenntlich gemacht. Laut Polizei wurden innerhalb der vergangenen drei Jahren 24 Straftaten mit einem Messer im Bereich des Riebeckplatzes erfasst. In Magdeburg soll laut Innenministerium ebenfalls eine Waffenverbotszone entstehen.