Magdeburg (dpa/sa) - Rund ein halbes Jahr nach dem Terroranschlag auf eine Synagoge in Halle will Sachsen-Anhalt vorstellen, welche Hilfen seither für Opfer geleistet wurden. Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) werde heute berichten, welche konkrete Unterstützung es seither für Betroffene, Verletzte, Hinterbliebene und Augenzeugen gegeben habe, sagte eine Ministeriumssprecherin. Zudem werde sie den aktuellen Stand beim Aufbau einer zentralen Anlaufstelle des Landes für Opfer von schweren Unglücken, Anschlägen und Katastrophen aufzeigen.

Sachsen-Anhalt hatte zuletzt angekündigt, die Stelle bis zum Sommer einrichten zu wollen und einen Landesopferschutzbeauftragten als Hauptansprechpartner zu benennen. So will Sachsen-Anhalt schnell auf schwere Ereignisse reagieren können und dabei Betroffene beraten oder an bestehende Hilfsangebote vermitteln können. In den vergangenen Jahren verstärkten mehrere Bundesländer ihre Hilfen für Opfer. Die Bundesregierung hatte nach der Kritik, Opferangehörige nach dem Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Jahr 2016 allein gelassen zu haben, den SPD-Politiker Kurt Beck als Opferbeauftragten eingesetzt.

Bei dem Terroranschlag auf Halle hatte ein schwer bewaffneter Mann am 9. Oktober vorigen Jahres versucht, in eine mit jüdischen Gläubigen besetzte Synagoge einzudringen. Als das misslang, erschoss er in der Nähe zwei Menschen. Weitere Opfer wurden verletzt. Manche konnten nur knapp entkommen. Der Generalbundesanwalt hat Anklage gegen einen zur Tatzeit 27 Jahre alten Deutschen erhoben.