Sangerhausen (dpa/sa) - Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) trifft sich heute mit Bürgermeistern aus Sachsen-Anhalt in der einstigen Kupferbergbauregion Sangerhausen. Dabei geht es um Vorhaben, wie der vom Bund geplante Ausstieg aus der Braunkohleverstromung umgesetzt werden soll. An dem Treffen nehmen Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) und Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) teil, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Deutschland will bis 2038 aus der klimaschädlichen Verstromung von Kohle aussteigen. Im Gegenzug sollen die Revierregionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen bis zu 40 Milliarden Euro vom Bund erhalten, um die Infrastruktur zu verbessern und neue Jobs anzusiedeln. Auf Sachsen-Anhalt entfallen nach bisherigen Angaben 4,8 Milliarden Euro, davon kann das Land 1,68 Milliarden Euro selbst verplanen. Den Rest will der Bund über eigene Projekte realisieren.

In Sachsen-Anhalt hängen Tausende Arbeitsplätze von der Braunkohle ab. Das Unternehmen Mibrag hat im Landessüden in Zeitz (Burgenlandkreis) seinen Sitz. Es fördert Braunkohle im Mitteldeutschen Revier aus den Tagebauen Profen (Burgenlandkreis) und Vereinigtes Schleenhain (Sachsen). 2019 waren es nach Unternehmensangaben rund 14 Millionen Tonnen Rohbraunkohle, die aus der Erde geholt wurden.

Indes war in der Region Sangerhausen im heutigen Landkreis Mansfeld-Südharz nach 1990 der Kupfererzbergbau nach 800 Jahren aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt worden. Zehntausende Menschen verloren ihre Arbeitsplätze. An Alternativen fehlt es dem Landstrich zwischen Sangerhausen, Eisleben und Hettstedt bis heute. Hoffnungen auf Jobs sind mit dem Tourismus im Südharz verbunden.

Zahlen und Fakten des Braunkohleförderers Mibrag

Der Landkreis Mansfeld-Südharz